Streit­wert­än­de­rung in der Revi­si­ons­in­stanz

Die Mög­lich­keit einer erst­ma­li­gen Ände­rung des Streit­wert­be­schlus­ses des Beru­fungs­ge­richts gibt § 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG dem Bun­des­ge­richts­hof nur dann, wenn das Ver­fah­ren wegen der Haupt­sa­che oder wegen der Ent­schei­dung über den Streit­wert, den Kos­ten­an­satz oder die Kos­ten­fest­set­zung in der Rechts­mit­tel­in­stanz schwebt.

Streit­wert­än­de­rung in der Revi­si­ons­in­stanz

Eine aus­deh­nen­de Aus­le­gung des ein­deu­ti­gen Geset­zes­wort­lauts ist nicht mög­lich. Der Gesetz­ge­ber hat dem Revi­si­ons­ge­richt die Ände­rungs­mög­lich­keit bewusst nicht nur wäh­rend der Anhän­gig­keit des Haupt­sa­che­ver­fah­rens, son­dern auch noch dann eröff­net, wenn und solan­ge das Ver­fah­ren wegen der Ent­schei­dung über den Streit­wert, den Kos­ten­an­satz oder die Kos­ten­fest­set­zung bei ihm schwebt. Über die­sen Zeit­raum hin­aus kann das Revi­si­ons­ge­richt den Streit­wert der unte­ren Instan­zen jedoch erst­ma­lig nicht mehr abän­dern1.

Danach hat der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall spä­tes­tens nach Mit­tei­lung des Beschlus­ses nach § 544 Abs. 4 ZPO die Befug­nis ver­lo­ren, den Streit­wert­be­schluss des Beru­fungs­ge­richts erst­ma­lig zu ändern2.

Es besteht auch kein Bedürf­nis für eine erwei­tern­de Aus­le­gung des § 63 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 GKG. Denn im vor­lie­gen­den Fall hät­te das Beru­fungs­ge­richt selbst sei­nen Streit­wert­be­schluss abän­dern kön­nen, weil eine Wert­fest­set­zung des Bun­des­ge­richts­hofs für die Beru­fungs­in­stanz nicht vor­liegt3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Febru­ar 2018 – IX ZR 17/​17

  1. BGH, Beschluss vom 07.04.1989 – V ZR 34/​88, NJW-RR 1989, 1278 mwN []
  2. BGH, Beschluss vom 17.03.2015 – II ZR 391/​13, BeckRS 2015, 08711; so auch OLG Stutt­gart, Beschluss vom 15.09.2014 – 10 U 18/​14 4 mwN; vgl. Beschluss vom 07.04.1989 – V ZR 34/​88, NJW-RR 1989, 1278 zu § 25 Abs. 1 Satz 3 GKG aF []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 17.03.2015, aaO Rn. 4; vom 17.10.2007 – XII ZB 99/​07 6; vom 07.04.1989 – V ZR 34/​88, NJW-RR 1989, 1278; BSG, MedR 2007, 502 Rn. 5 []