Streit­wert­be­schwer­de nach einst­wei­li­ger Ver­fü­gung und Haupt­sa­che­ver­fah­ren

Wird ein Anspruch nicht nur im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren, son­dern auch im Wege der Haupt­sa­che­kla­ge gel­tend gemacht, beginnt die Frist gemäß § 63 Abs. 3 S. 2 GKG bin­nen derer eine gericht­li­che Streit­wert­än­de­rung erfol­gen kann, erst dann zu lau­fen, wenn bei­de Ver­fah­ren been­det sind.

Streit­wert­be­schwer­de nach einst­wei­li­ger Ver­fü­gung und Haupt­sa­che­ver­fah­ren

Gemäß § 63 Abs. 3 S. 2 GKG ist eine Ände­rung des Streit­werts nur bin­nen sechs Mona­ten zuläs­sig, nach­dem die Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che Rechts­kraft erlangt oder das Ver­fah­ren sich ander­wei­tig erle­digt hat.

In Eil­ver­fah­ren wie einem einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren beginnt die Frist jedoch nicht vor Rechts­kraft der Haupt­sa­che zu lau­fen [1]. Wird – wie im hier ent­schie­de­nen Fall – Kla­ge zur Haupt­sa­che erho­ben, beginnt die Frist erst, wenn bei­de Ver­fah­ren been­det sind [2].

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 19. Okto­ber 2010 – 3 W 89/​10

  1. KG Jur­Bü­ro 1978, 1700; Binz/​Dörndorfer/​Petzold/​Zimmermann, GKG-JVEG, 2. Auf­la­ge, 2009, § 63 Rn. 11[]
  2. Palandt, BGB, 69. Auf­la­ge, 2010, § 204 Rn. 41; Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 40. Auf­la­ge, 2007, § 63 Rn. 53; Mey­er, GKG, 10. Auf­la­ge, § 63 Rn. 34[]