Strom im Schwei­ne­stall – auch ohne Vertrag

Hat ein Land­wirt für sei­nen Schwei­ne­stall jah­re­lang Strom aus dem Nie­der­span­nungs­netz des Strom­netz­be­trei­bers bezo­gen, ohne dass ein Strom­ver­sor­gungs­ver­trag mit einem Strom­lie­fe­ran­ten bestand, kann dem Grun­de nach ein Anspruch auf Auf­wen­dungs­er­satz nach den Grund­sät­zen der Geschäfts­füh­rung ohne Auf­trag bestehen.

Strom im Schwei­ne­stall – auch ohne Vertrag

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall dem kla­gen­den Strom­netz­be­trei­ber dem Grun­de nach recht gege­ben und damit gleich­zei­tig das kla­ge­ab­wei­sen­de Urteil des Land­ge­richts Dort­mund abge­än­dert. Jah­re­lang hat­te der Land­wirt aus Ost­west­fa­len für sei­nen Schwei­ne­stall Strom aus dem Nie­der­span­nungs­netz des kla­gen­den Strom­netz­be­trei­bers bezo­gen, ohne dass ein Strom­ver­sor­gungs­ver­trag mit einem Strom­lie­fe­ran­ten bestand. Die Ver­trags­lo­sig­keit des Bezugs und die unter­blei­ben­de Abrech­nung der Strom­ver­bräu­che fiel jah­re­lang nie­man­dem auf, weil der Schwei­ne­stall nur eine von meh­re­ren mit einem eige­nen Zäh­ler aus­ge­stat­te­ten Ver­brauchs­stel­len des Land­wirts war.

Nach­dem der Strom­netz­be­trei­ber nach Jah­ren auf die ver­trags­lo­se Nut­zung sei­nes Netz­an­schlus­ses auf­merk­sam gewor­den war, begehr­te er vom Land­wirt Ersatz für die Strom­ver­lus­te in sei­nem Netz, die er jah­re­lang hat­te aus­glei­chen müs­sen. Der Land­wirt lehn­te die Zah­lung unter ande­rem unter Hin­weis dar­auf ab, dass Strom­netz­be­trei­ber nach dem Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz kei­nen Strom lie­fern und damit auch nicht in Rech­nung stel­len dürften.

Die Kla­ge wur­de vom Land­ge­richt Dort­mund abge­wie­sen. Dar­auf­hin hat der Klä­ger sein Ziel vor dem Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf wei­ter verfolgt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf erklärt, dass der Strom­netz­be­trei­ber dem Grun­de nach recht hat. Nach den Grund­sät­zen der Geschäfts­füh­rung ohne Auf­trag ste­he die­sem ein Auf­wen­dungs­er­satz­an­spruch zu. Aller­dings ist die exak­te Höhe des Anspruchs vom Gericht noch zu klären. 

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Außer­dem ist die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen wor­den, da es bis­lang kei­ne höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung zu Fäl­len ver­gleich­ba­rer Art gibt.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 10. Febru­ar 2021 – I‑27 U 19/​19

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