Stu­fen­kla­ge – und der Fort­set­zungs­ter­min

Die pro­zes­sua­le Selb­stän­dig­keit der im Wege der Stu­fen­kla­ge gel­tend gemach­ten Ansprü­che bedingt, dass über jeden in der vor­ge­ge­be­nen Rei­hen­fol­ge im Wege der abge­son­der­ten Antrag­stel­lung durch Teil- oder Schlus­sur­teil zu befin­den ist, weil das frü­he­re Teil­ur­teil für die spä­te­re Ent­schei­dung vor­greif­lich ist. Nach rechts­kräf­ti­gem Erlass eines Aus­kunfts­ur­teils kann das Ver­fah­ren nur auf Par­tei­an­trag fort­ge­setzt wer­den.

Stu­fen­kla­ge – und der Fort­set­zungs­ter­min

Kei­nes­falls wird der Fort­set­zungs­ter­min von Amts wegen bestimmt 1.

Gemes­sen hier­an hät­te das Gericht im vor­lie­gen­den Fall nicht über die Leis­tungs­stu­fe ent­schei­den dür­fen. Das Amts­ge­richt hat in dem­sel­ben Ter­min, in dem es auf­grund des von der Klä­ge­rin gestell­ten Stu­fen­an­trags das Teil­an­er­kennt­nis­ur­teil über die Aus­kunfts­ver­pflich­tung des Beklag­ten erlas­sen hat, von Amts wegen einen Fort­set­zungs­ter­min bestimmt. Obgleich die Klä­ge­rin kurz vor dem Fort­set­zungs­ter­min des­sen Auf­he­bung mit der Begrün­dung bean­tragt hat­te, dass der Beklag­te noch kei­ne Aus­kunft erteilt habe, hat das Amts­ge­richt die­sen Ter­min durch­ge­führt und auf­grund des­sen über den Leis­tungs­an­trag ent­schie­den. Die­ser Ver­fah­rens­feh­ler wird auch nicht dadurch geheilt, dass die Klä­ge­rin in dem Fort­set­zungs­ter­min einen unbe­zif­fer­ten Antrag gestellt hat. Damit hat sie deut­lich zu erken­nen gege­ben, dass sie zu einer Prä­zi­sie­rung noch nicht in der Lage ist und des­halb auch kei­ne Ent­schei­dung hier­über begehrt. Das wird über­dies dadurch bestä­tigt, dass die Klä­ge­rin in dem­sel­ben Ter­min wegen der bis­lang unter­blie­be­nen Aus­kunft einen Zwangs­geld­an­trag gegen den Beklag­ten gestellt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Novem­ber 2014 – XII ZB 522/​14

  1. BGH Urteil vom 24.05.2012 – IX ZR 168/​11 Fam­RZ 2012, 1296 Rn. 28 mwN[]