Stu­fen­kla­ge – und die Ver­knüp­fung zwi­schen Aus­kunfts- und Leis­tungs­an­spruch

Die der Stu­fen­kla­ge eigen­tüm­li­che Ver­knüp­fung von unbe­stimm­tem Leis­tungs­an­spruch und vor­be­rei­ten­dem Aus­kunfts­an­spruch steht nicht zur Ver­fü­gung, wenn die Aus­kunft nicht dem Zwe­cke einer Bestimm­bar­keit des Leis­tungs­an­spruchs dient 1.

Stu­fen­kla­ge – und die Ver­knüp­fung zwi­schen Aus­kunfts- und Leis­tungs­an­spruch

Nach § 254 ZPO kann die bestimm­te Anga­be der Leis­tun­gen, die der Klä­ger bean­sprucht, vor­be­hal­ten wer­den, wenn mit der Kla­ge auf Rech­nungs­le­gung oder auf Vor­le­gung eines Ver­mö­gens­ver­zeich­nis­ses die Kla­ge auf Her­aus­ga­be des­je­ni­gen ver­bun­den wird, was der Beklag­te aus dem zugrun­de lie­gen­den Rechts­ver­hält­nis schul­det.

Dabei ist die Zulas­sung eines unbe­stimm­ten Leis­tungs­an­trags ent­ge­gen § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO nur gerecht­fer­tigt, wenn das Unver­mö­gen des Klä­gers zur bestimm­ten Anga­be der von ihm auf der letz­ten Stu­fe sei­ner Kla­ge bean­spruch­ten Leis­tung gera­de auf den Umstän­den beruht, über die er auf der ers­ten Stu­fe Aus­kunft begehrt.

Das Aus­kunfts­be­geh­ren muss ein not­wen­di­ges Hilfs­mit­tel sein, um die (noch) feh­len­de Bestimmt­heit des auf der letz­ten Stu­fe ver­folg­ten Leis­tungs­an­spruchs vor­zu­be­rei­ten und her­bei­füh­ren zu kön­nen 2.

Maß­geb­lich ist dabei der vom Klä­ger behaup­te­te Leis­tungs­an­spruch.

Ob ein sol­cher Anspruch tat­säch­lich besteht, ist für die Zuläs­sig­keit der Stu­fen­kla­ge uner­heb­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Dezem­ber 2016 – IX ZR 257/​15

  1. BGH, Urteil vom 18.04.2002 – VII ZR 260/​01, WM 2002, 1564, 1565 unter II. 1.a. mwN; vom 29.03.2011 – VI ZR 117/​10, BGHZ 189, 79 Rn. 8[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 29.03.2011, aaO mwN; Münch­Komm-ZPO/­Be­cker-Eber­hard, 5. Aufl., § 254 Rn. 6 f; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 23. Aufl., § 254 Rn. 2[]