Tatsachenbehauptung – ohne genaue Kenntnis

Eine darlegungsbelastete Partei ist grundsätzlich nicht gehindert, Tatsachen zu behaupten, über die sie keine genauen Kenntnisse hat, die sie aber nach Lage der Dinge für wahrscheinlich hält1.

Tatsachenbehauptung - ohne genaue Kenntnis

Dabei muss, wenn das Zustandekommen bestimmter Abreden behauptet wird, nicht unbedingt zu Einzelheiten der Umstände dieser Abrede vorgetragen werden2.

Es hängt vom Einzelfall ab, in welchem Maße die Partei ihr Vorbringen durch die Darlegung konkreter Einzeltatsachen noch weiter substantiieren muss. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, ob sich die Geschehnisse, die Gegenstand des Parteivortrages sind, im Wahrnehmungsbereich der Partei abgespielt haben3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11. Oktober 2016 – VI ZR 547/14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 24.06.2014 – VI ZR 560/13, NZG 2014, 949, 952 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 04.07.2000 – VI ZR 236/99, NJW 2000, 3286, 3287 []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 15.05.2001 – VI ZR 55/00, NJW-RR 2001, 1294, 1295 []