Teilurteil gegen einen Streitgenossen

Nach stän­di­ger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darf ein Teilurteil nur erge­hen, wenn die Gefahr ein­an­der wider­spre­chen­der Entscheidungen aus­ge­schlos­sen ist; dabei ist auch die Möglichkeit einer abwei­chen­den Entscheidung durch ein Rechtsmittelgericht zu berück­sich­ti­gen 1.

Teilurteil gegen einen Streitgenossen

Ein Teilurteil über die Klage gegen einen von meh­re­ren ein­fa­chen Streitgenossen ist daher in der Regel unzu­läs­sig, wenn die Möglichkeit besteht, dass es in dem­sel­ben Rechtsstreit, auch im Instanzenzug, zu ein­an­der wider­spre­chen­den Entscheidungen kommt 2.

Ein unzu­läs­si­ges Teilurteil muss jedoch nicht auf­ge­ho­ben wer­den, wenn sich die pro­zes­sua­le Situation so ent­wi­ckelt hat, dass es nicht mehr zu wider­sprüch­li­chen Erkenntnissen kom­men kann 3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 14. April 2016 – IX ZR 161/​15

  1. BGH, Urteil vom 24.02.2015 – VI ZR 279/​14, NJW 2015, 2429 Rn. 7 mwN
  2. BGH, aaO
  3. BGH, Urteil vom 08.05.2014 – VII ZR 199/​13, NJW-RR 2014, 979 Rn. 16