Teil­ur­teil, Schlus­sur­teil – und die Gefahr von Wider­sprü­chen

Nach § 301 ZPO ist ein Teil­ur­teil zwar nur dann zuläs­sig, wenn es über einen aus­son­der­ba­ren, einer selb­stän­di­gen Ent­schei­dung zugäng­li­chen Teil des Ver­fah­rens­ge­gen­stands ergeht und der Aus­spruch über die­sen Teil unab­hän­gig von dem­je­ni­gen über den rest­li­chen Ver­fah­rens­ge­gen­stand getrof­fen wer­den kann, so dass die Gefahr ein­an­der wider­spre­chen­der Ent­schei­dun­gen aus­ge­schlos­sen ist 1. Der Erlass eines Teil­ur­teils setzt neben der Teil­bar­keit des Streit­ge­gen­stan­des oder einer Mehr­heit von Streit­ge­gen­stän­den vor­aus, dass die Wider­spruchs­frei­heit von Teil- und Schlus­sur­teil garan­tiert ist 2.

Teil­ur­teil, Schlus­sur­teil – und die Gefahr von Wider­sprü­chen

Das gilt auch inso­weit, als es um die Mög­lich­keit einer unter­schied­li­chen Beur­tei­lung von blo­ßen Urteils- ele­men­ten geht, die weder in Rechts­kraft erwach­sen noch das Gericht nach § 318 ZPO für das wei­te­re Ver­fah­ren bin­den kön­nen 3.

Zudem ist der Erlass eines Teil­ur­teils bereits dann unzu­läs­sig, wenn sich die Gefahr durch die abwei­chen­de Beur­tei­lung eines Rechts­mit­tel­ge­richts im Instan­zen­zug erge­ben kann 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Juni 2015 – XII ZR 98/​13

  1. BGH, Urteil vom 25.10.2006 XII ZR 141/​04 Fam­RZ 2007, 117 f. mwN[]
  2. Zöller/​Vollkommer ZPO 30. Aufl. § 301 Rn. 7 mwN[]
  3. vgl. nur BGHZ 189, 356 = NJW 2011, 2736 Rn. 13 mwN[]
  4. BGH, Urteil vom 11.01.2012 XII ZR 40/​10 NJW 2012, 844 Rn.19 mwN[]