Tenor vs. Ent­schei­dungs­grün­de

Bei einem Wider­spruch zwi­schen Tenor und Ent­schei­dungs­grün­den ist grund­sätz­lich der Tenor maß­ge­bend 1.

Tenor vs. Ent­schei­dungs­grün­de

Dies gilt auch dann, wenn etwa das Beschwer­de­ge­richt in dem Tenor die Rechts­be­schwer­de zuge­las­sen, abwei­chend davon aber die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung in den Grün­den ver­neint hat. Allein der nicht auf den kon­kre­ten Fall bezo­ge­ne Satz in den Grün­den der Ent­schei­dung, die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de sei­en nicht gege­ben, lässt nicht erken­nen, dass die Zulas­sung ver­se­hent­lich erfolgt ist (§ 319 Abs. 1 ZPO).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. April 2018 – V ZB 260/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 10.02.2011 – IX ZR 49/​10, BGHZ 188, 317 Rn. 36[]