Tref­fen zwei Hun­de auf­ein­an­der…

Ver­ur­sacht ein Tier einen Scha­den, haf­tet der Tier­hal­ter. Die­se gesetz­li­che Haf­tung greift auch dann, wenn den Tier­hal­ter selbst an dem Scha­den kein Ver­schul­den trifft, jeden­falls dann, wenn es sich nicht um ein Nutz­tier han­delt.

Tref­fen zwei Hun­de auf­ein­an­der…

Tref­fen zwei Tie­re unter­schied­li­cher Hal­ter auf­ein­an­der, bestimmt sich die Ersatz­pflicht nach dem Umfang ihrer jewei­li­gen Ver­ur­sa­chungs­bei­trä­ge. Kommt dabei mög­li­cher­wei­se noch ein Drit­ter zu Scha­den spielt auch eine Rol­le, ob die­sen Geschä­dig­ten mög­li­cher­wei­se selbst in irgend­ei­ner Wei­se an der Ent­ste­hung sei­nes Scha­dens eine Mit­schuld trifft. All dies muss der Rich­ter auf­grund der jewei­li­gen Umstän­de des Ein­zel­fal­les genau abwä­gen und sodann den Umfang der Haf­tung aller Betei­lig­ten bestim­men.

Im kon­kre­ten Fall tra­fen beim Spa­zier­gang ein Jack-Rus­sell-Ter­ri­er und ein Labra­dor jeweils mit ihren Hal­tern auf­ein­an­der. Bei­de Hun­de­hal­ter waren im Begriff ihre Tie­re abzu­lei­nen. Noch bevor aller­dings der Jack- Rus­sell-Ter­ri­er abge­leint war, rann­te der Labra­dor auf die­sen zu und ver­fing sich in der Lei­ne. Dabei ver­letz­te sich der Hal­ter des Jack- Rus­sell-Ter­ri­ers wegen der plötz­lich ange­spann­ten Lei­ne die Hand. Die Ver­let­zung führ­te zur Arbeits­un­fä­hig­keit, wes­halb sei­nem Arbeit­ge­ber ein Scha­den ent­stand, den die­ser als Klä­ger nun vom Hal­ter des Labra­dors als Beklag­ten – zunächst vor dem Amts­ge­richt – ersetzt haben woll­te. Bereits das Amts­ge­richt hat­te einen sol­chen Anspruch bejaht. Auf die Beru­fung des Beklag­ten hat auch das Land­ge­richt Köln ent­schie­den, dass dem Klä­ger ein sol­cher Anspruch zusteht. Denn der Hal­ter des Labra­dors haf­tet allein für den ent­stan­de­nen Scha­den. Zum einen hat der Jack-Rus­sell-Ter­ri­er abge­se­hen von sei­ner schlich­ten Anwe­sen­heit über­haupt nichts zu dem Gesche­hen bei­getra­gen. Zum ande­ren traf den geschä­dig­ten Hal­ter an sei­ner Ver­let­zung kein Mit­ver­schul­den, auch wenn er mit dem Ablei­nen der bei­den Hun­de grund­sätz­lich ein­ver­stan­den war. Denn es liegt allein im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des jewei­li­gen Tier­hal­ters, wie sein eige­ner Hund im Fal­le eines Ablei­nens reagiert. Die­ser haf­tet also auch dann, wenn sein Hund letzt­lich nur spie­len will …

Land­ge­richt Köln, Urteil vom 21. Okto­ber 2015 – 13 S 79/​15