Umla­ge­fä­hig­keit von Reno­vie­rungs­kos­ten bei Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men

Der Bun­des­ge­richts­hof hat heu­te eine Ent­schei­dung zur Umla­ge­fä­hig­keit von Reno­vie­rungs­kos­ten getrof­fen, die infol­ge von Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men in einer Miet­woh­nung ent­ste­hen.

Umla­ge­fä­hig­keit von Reno­vie­rungs­kos­ten bei Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men

Die Beklag­ten sind Mie­ter einer Woh­nung in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus der Klä­ge­rin in Gör­litz. Im Janu­ar 2007 kün­dig­te die Klä­ge­rin schrift­lich den Ein­bau von Was­ser­zäh­lern und eine dar­auf gestütz­te Miet­erhö­hung um 2,28 € monat­lich an. Die Beklag­ten teil­ten der Klä­ge­rin dar­auf­hin mit, dass der Ein­bau erst dann gedul­det wer­de, wenn die Klä­ge­rin einen Vor­schuss für die hier­durch erfor­der­lich wer­den­de Neu­ta­pe­zie­rung der Küche zah­le. Die­ser For­de­rung kam die Klä­ge­rin nach, erklär­te jedoch, dass es sich auch inso­weit um umla­ge­fä­hi­ge Moder­ni­sie­rungs­kos­ten han­de­le, wes­we­gen die Miet­erhö­hung ent­spre­chend höher aus­fal­len wer­de. Nach Ein­bau des Was­ser­zäh­lers leg­te die Klä­ge­rin die Gesamt­kos­ten gemäß § 559 Abs. 1 BGB um, wor­aus sich ein monat­li­cher Erhö­hungs­be­trag von 2,79 € ergab. Den auf den Tape­zie­rungs­kos­ten­vor­schuss ent­fal­len­den Teil­be­trag von jeweils 1,32 € zahl­ten die Beklag­ten 24 Mona­te nicht. Das erst­in­stanz­lich mit dem Rechts­streit befass­te Amts­ge­richt Gör­litz hat der auf Zah­lung von 31,68 € nebst Zin­sen und Erstat­tung von Rechts­an­walts­kos­ten gerich­te­ten Kla­ge statt­ge­ge­ben 1. Auf die Beru­fung der beklag­ten Mie­ter hat das Land­ge­richt Gör­liz die Kla­ge abge­wie­sen 2.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te jetzt vor dem Bun­des­ge­richts­hof Erfolg. Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass der Ver­mie­ter die Kos­ten für Reno­vie­rungs­ar­bei­ten, die infol­ge von Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men erfor­der­lich wer­den, gemäß § 559 Abs. 1 BGB auf die Mie­ter umle­gen darf. Dies gilt auch dann, wenn die Kos­ten nicht durch Beauf­tra­gung eines Hand­wer­kers sei­tens des Ver­mie­ters ent­stan­den sind, son­dern dadurch, dass der Mie­ter ent­spre­chen­de Arbei­ten selbst vor­nimmt und sich die Auf­wen­dun­gen nach § 554 Abs. 4 BGB vom Ver­mie­ter erstat­ten lässt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. März 2011 – VIII ZR 173/​10

  1. AG Gör­litz, Urteil vom 14.01.2010 – 4 C 336/​09[]
  2. LG Gör­litz, Urteil vom 23.06.2010 – 2 S 9/​10[]