Unan­fecht­ba­rer Ent­schei­dun­gen – und ihre Begrün­dung

Eine mit ordent­li­chen Rechts­mit­teln nicht mehr angreif­ba­re letzt­in­stanz­li­che gericht­li­che Ent­schei­dung muss von Ver­fas­sungs wegen grund­sätz­lich nicht begrün­det wer­den 1.

Unan­fecht­ba­rer Ent­schei­dun­gen – und ihre Begrün­dung

Ein Begrün­dungs­zwang lässt sich auch nicht aus der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on her­lei­ten. Viel­mehr kann ein obers­tes Gericht einen Rechts­be­helf ledig­lich unter Hin­weis auf die anwend­ba­ren Vor­schrif­ten über die Zuläs­sig­keit sol­cher Rechts­be­hel­fe ableh­nen 2.

Dies hat hier der Bun­des­ge­richts­hof getan, indem er die Beschwer­de nach § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO zurück­ge­wie­sen hat, weil weder die Rechts­sa­che grund­sätz­li­che Bedeu­tung hat noch die Fort­bil­dung des Rechts oder die Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung eine Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts erfor­dert. Soweit die Klä­ge­rin in ihrer Anhö­rungs­rü­ge dar­auf ver­weist, dass eine Begrün­dung dann erfor­der­lich sei, wenn ein Ver­fah­ren eine Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung auf­wer­fe 3 – hier nach Auf­fas­sung der Klä­ge­rin die Fra­ge des Bestehens eines Treu­hand­ver­hält­nis­ses zwi­schen den Par­tei­en mit der Fol­ge eines Her­aus­ga­be­an­spruchs der Klä­ge­rin gegen die Beklag­te nach § 667 BGB , hat der Bun­des­ge­richts­hof die­se Vor­aus­set­zung, die dann fol­ge­rich­tig zur Zulas­sung der Revi­si­on hät­te füh­ren müs­sen, gera­de nicht für gege­ben erach­tet.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Mai 2016 – III ZR 99/​15

  1. vgl. nur BVerfGE 50, 287, 289 f; 104, 1, 7 f; BVerfG NJW 2014, 2563 Rn. 14; sie­he auch BVerfGK 18, 105, 113 zu einem hier nicht vor­lie­gen­den Aus­nah­me­fall[]
  2. EGMR GRUR-RR 2009, 175, 176; NJW 2012, 3502 Rn. 46; sie­he zur Recht­spre­chung des EGMR auch BVerfG NJW 2014, 2563 Rn. 25[]
  3. EGMR GRUR-RR 2009, 175, 176[]