Unbe­zahl­te Schwarz­ar­beit

Schwarz­ar­beit wird nicht bezahlt. Ein Unter­neh­mer, der bewusst gegen § 1 Abs. 2 Nr. 2 des Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­set­zes (Schwarz­ArbG) ver­sto­ßen hat, kann für sei­ne Werk­leis­tung kei­ner­lei Bezah­lung ver­lan­gen.

Unbe­zahl­te Schwarz­ar­beit

In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall beauf­trag­te der beklag­te Bau­herr eine Elek­tro­fir­ma im Jahr 2010 mit der Aus­füh­rung der Elek­tro­in­stal­la­ti­ons­ar­bei­ten. Ver­ein­bart wur­de ein Werk­lohn von 13.800 € ein­schließ­lich Umsatz­steu­er sowie eine wei­te­re Bar­zah­lung von 5.000 €, für die kei­ne Rech­nung gestellt wer­den soll­te. In der Fol­ge hat die Elek­tro­fir­ma die Arbei­ten voll­stän­dig aus­ge­führt, dage­gen hat der Bau­herr die ver­ein­bar­ten Beträ­ge nur teil­wei­se ent­rich­tet.

Die Zah­lungs­kla­ge der Elek­tro­fir­ma hat nun der Bun­des­ge­richts­hof – wie zuvor bereits das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­lan­des­ge­richt 1 – abge­wie­sen:

Sowohl der Elek­tro­in­stal­la­teur als auch der Bau­herr haben bewusst gegen § 1 Abs. 2 Nr. 2 Schwarz­ArbG ver­sto­ßen, indem sie ver­ein­bar­ten, dass für die über den schrift­lich ver­ein­bar­ten Werk­lohn hin­aus ver­ein­bar­te Bar­zah­lung von 5.000 € kei­ne Rech­nung gestellt und kei­ne Umsatz­steu­er gezahlt wer­den soll­te. Der gesam­te Werk­ver­trag ist damit wegen Ver­sto­ßes gegen ein gesetz­li­ches Ver­bot nich­tig, so dass ein ver­trag­li­cher Werk­lohn­an­spruch nicht gege­ben ist 2.

Dem Hand­wer­ker steht auch kein Anspruch auf Aus­gleich der Berei­che­rung des Bau­herrn zu, die dar­in besteht, dass er die Werk­leis­tung erhal­ten hat. Zwar kann ein Unter­neh­mer, der auf­grund eines nich­ti­gen Ver­trags Leis­tun­gen erbracht hat, von dem Bestel­ler grund­sätz­lich die Her­aus­ga­be die­ser Leis­tun­gen, und wenn dies nicht mög­lich ist, Wert­er­satz ver­lan­gen. Dies gilt jedoch gem. § 817 Satz 2 BGB nicht, wenn der Unter­neh­mer mit sei­ner Leis­tung gegen ein gesetz­li­ches Ver­bot ver­sto­ßen hat. Das ist hier der Fall. Ent­spre­chend der Ziel­set­zung des Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­set­zes, die Schwarz­ar­beit zu ver­hin­dern, ver­stößt nicht nur die ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en gegen ein gesetz­li­ches Ver­bot, son­dern auch die in Aus­füh­rung die­ser Ver­ein­ba­rung erfol­gen­de Leis­tung.

Der Anwen­dung des § 817 Satz 2 BGB auf der­ar­ti­ge Schwarz­ar­beits­fäl­le ste­hen auch die Grund­sät­ze von Treu und Glau­ben nicht ent­ge­gen. Die Durch­set­zung der vom Gesetz­ge­ber mit dem Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­setz ver­folg­ten Zie­le, die Schwarz­ar­beit effek­tiv ein­zu­däm­men, erfor­dert eine strik­te Anwen­dung die­ser Vor­schrift. Inso­weit ist eine ande­re Sicht gebo­ten, als sie vom Senat noch zum Berei­che­rungs­an­spruch nach einer Schwarz­ar­bei­ter­leis­tung ver­tre­ten wur­de, die nach der alten Fas­sung des Geset­zes zur Bekämp­fung der Schwarz­ar­beit zu beur­tei­len war 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. April 2014 – – VII ZR 241/​13

  1. OLG Schles­wig, Urteil vom 16.08.2013 – 1 U 24/​13[]
  2. BGH, Urteil vom 01.08.2013 – VII ZR 6/​13, NJW 2013, 3167[]
  3. BGH, Urteil vom 31.05.1990 – VII ZR 336/​89, BGHZ 111, 308[]