Unfall­scha­den an der Bun­des­au­to­bahn – und die Fra­ge des rich­ti­gen Klä­gers

Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist als Eigen­tü­me­rin der beschä­dig­ten Ein­rich­tun­gen Inha­be­rin des streit­ge­gen­ständ­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruchs und als sol­che pro­zess­füh­rungs­be­fugt. Dass die Ver­wal­tung des frag­li­chen Auto­bahn­ab­schnitts gemäß Art. 90 Abs. 2 GG im Wege der Bun­des­auf­trags­ver­wal­tung durch das jewei­li­ge Bun­des­land – hier: das Land Nord­rhein-West­fa­len – erfolgt, steht dem nicht ent­ge­gen. Denn die den Län­dern durch Art. 90 Abs. 2 GG zuge­wie­se­nen Ver­wal­tungs­be­fug­nis­se wer­den durch die Über­nah­me der Pro­zess­ver­tre­tung durch das betrof­fe­ne Land hin­rei­chend gewahrt 1.

Unfall­scha­den an der Bun­des­au­to­bahn – und die Fra­ge des rich­ti­gen Klä­gers

Die Bun­des­re­pu­blik wird im vor­lie­gen­den Rechts­streit wirk­sam durch den Lan­des­be­trieb Stra­ßen­bau ver­tre­ten. Die Ver­tre­tungs­macht des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len ergibt sich ohne wei­te­res aus § 7 Abs. 1 der Ers­ten All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift für die Auf­trags­ver­wal­tung der Bun­des­fern­stra­ßen (1. AVVFStr). Das Land Nord­rhein-West­fa­len wie­der­um wird nach Nr. 7 des Gemein­sa­men Rund­erlas­ses der Minis­ter­prä­si­den­tin und ver­schie­de­ner Minis­te­ri­en über die Ver­tre­tung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len durch sei­ne Dienst­stel­len 2 im Zustän­dig­keits­be­reich des Lan­des­be­triebs Stra­ßen­bau durch die­sen gericht­lich ver­tre­ten. Die Gel­tend­ma­chung des streit­ge­gen­ständ­li­chen Anspruchs fällt in den Zustän­dig­keits­be­reich des Lan­des­be­triebs als Stra­ßen­bau­be­hör­de (§ 1 Abs. 2 der Ver­ord­nung zur Rege­lung von Zustän­dig­kei­ten nach dem Stra­ßen­recht und Eisen­bahn­kreu­zungs­recht 3).

Eine Beschrän­kung der aus § 7 Abs. 1 1. AVVFStr fol­gen­den Ver­tre­tungs­macht der Län­der kann § 19 Abs. 3 Satz 2 2. AVVFStr inhalt­lich nicht ent­nom­men wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. März 2014 – VI ZR 10/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 18.07.2002 – III ZR 287/​01, NVwZ 2002, 1535, 1537[]
  2. vom 01.07.2011, MBl. NRW. S. 246, in der Fas­sung des Ände­rungs­er­las­ses vom 22.11.2012, MBl. NRW. S. 723[]
  3. vom 26.01.2010, SGV. NRW. S. 125[]