Unter­las­sungs­an­trä­ge – und die gesetz­li­chen Aus­nah­me­tat­be­stän­de

Bei der For­mu­lie­rung des Unter­las­sungs­an­spruchs ist zu beach­ten, dass mög­li­che Ein­schrän­kun­gen auf­grund von gesetz­li­chen Aus­nah­me­tat­be­stän­den in den Unter­las­sungs­aus­spruch auf­ge­nom­men wer­den müs­sen, damit danach erlaub­te Ver­hal­tens­wei­sen von dem Ver­bot aus­ge­nom­men sind.

Unter­las­sungs­an­trä­ge – und die gesetz­li­chen Aus­nah­me­tat­be­stän­de

Wegen des Bestimmt­heits­ge­bots gemäß § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO müs­sen dabei die Umstän­de, aus denen sich die Erfül­lung des jewei­li­gen Aus­nah­me­tat­be­stands ergibt, so genau umschrie­ben sein, dass im Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren erkenn­bar ist, wel­che kon­kre­ten Hand­lun­gen vom Ver­bot aus­ge­nom­men sind.

Es genügt daher grund­sätz­lich nicht, auf die inso­weit ein­schlä­gi­gen gesetz­li­chen Rege­lun­gen zu ver­wei­sen, wenn deren Tat­be­stands­merk­ma­le nicht ein­deu­tig oder durch eine gefes­tig­te Aus­le­gung geklärt sind.

Abwei­chen­des gilt nur, wenn eine wei­ter­ge­hen­de Kon­kre­ti­sie­rung nicht mög­lich und die gewähl­te Antrags­for­mu­lie­rung zur Gewäh­rung effek­ti­ven Rechts­schut­zes erfor­der­lich ist 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Juni 2015 – I ZR 26/​14

  1. vgl. zum Vor­ste­hen­den BGH, Urteil vom 29.04.2010 – I ZR 202/​07, GRUR 2010, 749 Rn. 25 bis 27 = WRP 2010, 1030 Erin­ne­rungs­wer­bung im Inter­net; Urteil vom 04.11.2010 – I ZR 118/​09, GRUR 2011, 539 Rn. 15 bis 17 = WRP 2011, 742 Rechts­be­ra­tung durch Lebens­mit­tel­che­mi­ker[]