Unter­las­sungs­an­trag – und sei­ne not­wen­di­ge Bestimmt­heit

Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO sind Anträ­ge, mit denen die Unter­las­sung von Hand­lun­gen ver­langt wird, so genau zu bezeich­nen, dass der Inan­spruch­ge­nom­me­ne im Fall einer dem Antrag ent­spre­chen­den gericht­li­chen Ent­schei­dung ein­deu­tig erken­nen kann, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen was von ihm ver­langt wird.

Unter­las­sungs­an­trag – und sei­ne not­wen­di­ge Bestimmt­heit

Für ihn muss auf­grund des Unter­las­sungs­ti­tels erkenn­bar sein, wel­che Hand­lun­gen er künf­tig zu unter­las­sen hat, um sich recht­mä­ßig ver­hal­ten zu kön­nen. Die Prü­fung, wel­che Ver­hal­tens­wei­sen der Schuld­ner unter­las­sen soll, darf nicht durch eine unge­naue Antrags­for­mu­lie­rung und einen dem­entspre­chen­den gericht­li­chen Titel aus dem Erkennt­nis- in das Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren ver­la­gert wer­den.

Aller­dings dür­fen die Anfor­de­run­gen inso­weit auch nicht über­spannt wer­den, weil andern­falls effek­ti­ver Rechts­schutz ver­ei­telt wür­de. Zukunfts­ge­rich­te­te Ver­bo­te las­sen sich häu­fig nur gene­ra­li­sie­rend for­mu­lie­ren. Die Not­wen­dig­keit gewis­ser Sub­sum­ti­ons­pro­zes­se im Rah­men einer etwa erfor­der­lich wer­den­den Zwangs­voll­stre­ckung steht daher der Ver­wen­dung aus­fül­lungs­be­dürf­ti­ger Begrif­fe in einem Unter­las­sungs­ti­tel und dem dar­auf gerich­te­ten Antrag nicht gene­rell ent­ge­gen1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Novem­ber 2018 – 1 AZR 189/​17

  1. BAG 18.11.2014 – 1 AZR 257/​13, Rn. 43 mwN, BAGE 150, 50 []