Urkun­den­be­weis – und der feh­len­de Beweis­be­schluss

Die Wür­di­gung eines Urkun­den­be­wei­ses bedarf kei­nes förm­li­chen Beweis­be­schlus­ses.

Urkun­den­be­weis – und der feh­len­de Beweis­be­schluss

Ein sol­cher ist nur erfor­der­lich bei Anord­nung

  • einer Par­tei­ver­neh­mung (§ 450 Abs. 1 Satz 1 ZPO),
  • einer vor­ter­min­li­chen Beweis­auf­nah­me (§ 358a ZPO) sowie
  • dann, wenn die Beweis­auf­nah­me ein beson­de­res Ver­fah­ren erfor­dert (§§ 358, 284 ZPO), etwa
    • bei Anord­nung einer Beweis­auf­nah­me im Rechts­hil­fe­weg oder
    • einer schrift­li­chen Begut­ach­tung.

Sind die Beweis­mit­tel bereits prä­sent, bedarf es (vom Fall des § 450 ZPO abge­se­hen) kei­ner förm­li­chen Anord­nung der Beweis­erhe­bung [1].

§ 249 Abs. 1 StPO for­dert beim Urkun­den­be­weis zwar grund­sätz­lich die Ver­le­sung der Schrift­stü­cke in der Haupt­ver­hand­lung. Die Zivil­pro­zess­ord­nung kennt eine sol­che Rege­lung aber nicht. Die Beweis­auf­nah­me erfolgt durch Ein­sicht­nah­me in die Urkun­de [2].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 5. Dezem­ber 2019 – 2 AZR 240/​19

  1. vgl. Zöller/​Greger ZPO 33. Aufl. § 358 Rn. 2; Musielak/​Voit/​Stadler ZPO 16. Aufl. § 358 Rn. 1 f.[]
  2. Münch­Komm-ZPO/­Schrei­ber 5. Aufl. § 420 Rn. 4; Zöller/​Feskorn ZPO 33. Aufl. § 420 Rn. 4[]