Hal­len­nut­zung eines Sport­ver­eins – ohne gemeind­li­che Gebüh­ren­sat­zung

Trotz unwirk­sa­mer Gebüh­ren­sat­zung hat ein Sport­ver­ein für die Hal­len­nut­zung Wert­er­satz zu leis­ten.

Hal­len­nut­zung eines Sport­ver­eins – ohne gemeind­li­che Gebüh­ren­sat­zung

So hat das Amts­ge­richt Sprin­ge in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Sport­ver­eins ent­schie­den. Nach­dem das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver am 31.07.2015 die Gebüh­ren­sat­zung für die städ­ti­schen Sport­stät­ten für unwirk­sam erklärt hat­te, wei­ger­te sich der beklag­te Sport­ver­ein für die bereits erfolg­te Hal­len­nut­zung vom 01.07.2016 bis 02.12.2016 356,25 € und vom 01.01.2017 bis 30.06.2017 wei­te­re 311,25 € zu zah­len, wobei die Stadt dem Ver­ein bereits jeweils einen Rabatt von 25% gewährt hat.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Amts­ge­richt Sprin­ge aus­ge­führt, dass zwar zwi­schen den Par­tei­en man­gels ent­spre­chen­der Eini­gung kein Miet- oder sons­ti­ger Nut­zungs­ver­trag über die Sport­hal­len­nut­zung geschlos­sen wur­de, jedoch der Nut­zungs­wert durch die bereits erfolg­te Hal­len­nut­zung zu erset­zen ist. Denn durch die Nut­zung der Sport­hal­le hat der Sport­ver­ein einen tat­säch­li­chen Nut­zen erlangt, des­sen Wert her­aus­zu­ge­ben ist. Die Höhe bestimmt sich nach dem objek­ti­ven Nut­zungs­wert. Zur Bestim­mung die­ses Wer­tes hat das Amts­ge­richt Sprin­ge die Ent­gel­te ver­gleich­ba­rer Nach­bar­ge­mein­den her­an­ge­zo­gen und fest­ge­stellt, dass nament­lich die Gemein­den Stadt Bad Mün­der, Stadt Elze, Fle­cken Cop­pen­brüg­ge, Stadt Bar­sing­hau­sen und Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver ver­gleich­ba­re Nut­zungs­ent­gel­te von durch­schnitt­lich 2,90 € pro Stun­de berech­nen. Auch dort sind am Wochen­en­de höhe­re Ent­gel­te und teil­wei­se noch Zusatz­ta­ri­fe für Hal­len­rei­ni­gung oder beson­de­re Ver­an­stal­tun­gen üblich.

Die Auf­he­bung der dem vor­an­ge­gan­ge­nen Gebüh­ren­be­scheid zugrun­de­lie­gen­de Sat­zung der Stadt Sprin­ge durch das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver steht dem zivil­recht­li­chen Ersatz des Nut­zungs­wer­tes nicht ent­ge­gen.

Amts­ge­richt Sprin­ge, Urteil vom 21. Febru­ar 2019 – 4 C 375/​17