"Inter­na­tio­na­le Huma­ni­tä­re Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on"

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat dem Eil­an­trag des Ver­eins Inter­na­tio­na­le Huma­ni­tä­re Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on gegen das von dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern erlas­se­ne Ver­eins­ver­bot im Wesent­li­chen statt­ge­ge­ben. Es hat die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge des Ver­eins gegen das Ver­eins­ver­bot zwar wie­der­her­ge­stellt, aller­dings mit der Maß­ga­be, dass der Ver­ein vor­erst kei­ne Hil­fe­leis­tun­gen für die paläs­ti­nen­si­schen Gebie­te im Gaza­strei­fen und im West­jor­dan­land erbrin­gen darf und monat­lich eine Auf­stel­lung sei­ner Ein­nah­men und Aus­ga­ben bei dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um vor­le­gen muss.

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Das auf die Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes gerich­te­te Eil­ver­fah­ren war bei dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt neben der Kla­ge gegen die für sofort voll­zieh­bar erklär­te Ver­bots­ver­fü­gung anhän­gig. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te zunächst über den Eil­an­trag mit Blick auf die in dem Kla­ge­ver­fah­ren zeit­nah anbe­raum­te münd­li­che Ver­hand­lung vom 25. Mai 2011 im Ein­ver­neh­men mit den Betei­lig­ten nicht ent­schie­den. In die­ser Ver­hand­lung hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt den Betei­lig­ten einen gericht­li­chen Ver­gleichs­vor­schlag unter­brei­tet. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern hat den Ver­gleichs­vor­schlag abge­lehnt und wei­te­re Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen, die das Ver­eins­ver­bot recht­fer­ti­gen sol­len. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat dar­auf­hin am 22. Juni 2011 beschlos­sen, die münd­li­che Ver­hand­lung in dem Kla­ge­ver­fah­ren wie­der­zu­eröff­nen, weil der ent­schei­dungs­er­heb­li­che Sach­ver­halt unter Berück­sich­ti­gung des neu­en Vor­trags des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern wei­te­rer Auf­klä­rung bedarf. Da die wei­te­re Dau­er des Kla­ge­ver­fah­rens hier­nach nicht abseh­bar ist, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nun­mehr in dem Eil­ver­fah­ren die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge gegen das Ver­eins­ver­bot wie­der­her­ge­stellt.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat dabei berück­sich­tigt, dass die Erfolgs­aus­sich­ten der Kla­ge gegen die Ver­bots­ver­fü­gung nach dem bis­he­ri­gen Pro­zess­ver­lauf offen sind. Es hat eine Inter­es­sen­ab­wä­gung vor­ge­nom­men, die zu dem Ergeb­nis geführt hat, dass der Ver­ein sich im Hin­blick auf die paläs­ti­nen­si­schen Gebie­te jeg­li­cher Akti­vi­tä­ten ent­hal­ten muss, aber sei­ne übri­gen Tätig­kei­ten bis zu einer Ent­schei­dung in dem Kla­ge­ver­fah­ren vor­erst wie­der­auf­neh­men kann.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Juni 2011 – 6 VR 4.10