Umsatz­steu­er im Golf­ver­ein

Wie der Bun­des­fi­nanz­hof in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil klar­ge­stellt hat, kann die ent­gelt­li­che Nut­zungs­über­las­sung der Golf­an­la­ge sowie von Golf­bäl­len an Nicht­mit­glie­der eines gemein­nüt­zi­gen Golf­ver­eins nach der für die Mit­glied­staa­ten ver­bind­li­chen Richt­li­nie 77/​388/​EWG (Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. m) umsatz­steu­er­frei sein.

Umsatz­steu­er im Golf­ver­ein

Nach § 4 Nr. 22 Buchst. b Umsatz­steu­er­ge­setz sind zwar nur die "sport­li­chen Ver­an­stal­tun­gen" gemein­nüt­zi­ger Ein­rich­tun­gen umsatz­steu­er­be­freit. Hier­un­ter fal­len die genann­ten Leis­tun­gen eines Golf­ver­eins nicht.

Aller­dings kann sich ein Sport­ver­ein unmit­tel­bar auf die Richt­li­nie 77/​388/​EWG beru­fen. Die­se befreit – umfas­sen­der als das natio­na­le Recht – die "in engem Zusam­men­hang mit Sport und Kör­per­er­tüch­ti­gung ste­hen­den Dienst­leis­tun­gen" von Ein­rich­tun­gen ohne Gewinn­stre­ben an die Sport­ler. Die Befrei­ung ist jedoch für Leis­tun­gen aus­ge­schlos­sen, die nicht uner­läss­lich sind oder im Wett­be­werb zu gewerb­li­chen Unter­neh­men durch­ge­führt wer­den (Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b der Richt­li­nie 77/​388/​EWG).

Der BFH hat ent­schie­den, dass die Leis­tun­gen eines gemein­nüt­zi­gen Golf­ver­eins, die – wie im Streit­fall – den Kern­be­reich der Befrei­ung für Sport­ver­ei­ne betref­fen, nicht von die­sem Aus­schluss erfasst wer­den.

  1. Die Über­las­sung von Golf­bäl­len und die Nut­zungs­über­las­sung einer Golf­an­la­ge an Nicht­mit­glie­der eines gemein­nüt­zi­gen Golf­ver­eins gegen Ent­gelt kann nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. m der Richt­li­nie 77/​388/​EWG steu­er­frei sein.
  2. Leis­tun­gen eines gemein­nüt­zi­gen Golf­ver­eins, die den Kern­be­reich der Befrei­ung des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. m der Richt­li­nie 77/​388/​EWG betref­fen, sind nicht nach Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b der Richt­li­nie 77/​388/​EWG von der Befrei­ung aus­ge­schlos­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. April 08 – V R 74/​07