Ver­bot isla­mis­ti­scher Ver­ei­ne

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern aus­ge­spro­che­nen Ver­eins­ver­bo­te für die in Frank­furt am Main ansäs­si­gen Ver­ei­ni­gun­gen DawaFFM und Inter­na­tio­na­ler Jugend­ver­ein – Dar al Scha­bab e.V. bestä­tigt.

Ver­bot isla­mis­ti­scher Ver­ei­ne

DawaFFM rich­tet auch nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sich gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung und den Gedan­ken der Völ­ker­ver­stän­di­gung. Das Ver­bot die­ser Ver­ei­ni­gung erstreckt sich auf ihre Teil­or­ga­ni­sa­ti­on, den Inter­na­tio­na­len Jugend­ver­ein – Dar al Scha­bab e.V.

Die Ver­ei­ni­gung DawaFFM ist ein Ver­ein im Sin­ne des Ver­eins­ge­set­zes, obwohl sie anders als der Inter­na­tio­na­le Jugend­ver­ein – Dar al Scha­bab e.V. nicht im Ver­eins­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist und kei­ne Sat­zung hat. Sie tritt als ein auf Dau­er ange­leg­ter Per­so­nen­zu­sam­men­schluss mit orga­ni­sier­ter Wil­lens­bil­dung her­vor, der durch Ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net und durch Ver­an­stal­tun­gen das Ziel ver­folgt, aus dem für rich­tig erach­te­ten Ver­ständ­nis des Islam abge­lei­te­te ver­bind­li­che Hand­lungs­an­wei­sun­gen zu ver­brei­ten.

Gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung rich­tet sich DawaFFM vor allem des­halb, weil der Ver­ein vor dem Hin­ter­grund sei­ner das Rechts­staats­prin­zip ableh­nen­den Leh­ren die gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen, die Gegen­de­mons­tran­ten nach dem Zei­gen der soge­nann­ten Moham­med-Kar­ri­ka­tu­ren auf Ver­an­stal­tun­gen im Mai 2012 in Bonn und Solin­gen began­gen haben, im Sin­ne gerecht­fer­tig­ter Selbst­jus­tiz gebil­ligt und mit der Auf­sta­che­lung zu wei­te­rer Gewalt gedroht hat.

Die­se DawaFFM zure­chen­ba­ren Dro­hun­gen rich­ten sich, soweit sie sich auf deut­sche Ein­rich­tun­gen in isla­mi­schen Staa­ten und sich dort auf­hal­ten­de deut­sche Staats­bür­ger bezie­hen, zudem gegen den Gedan­ken der Völ­ker­ver­stän­di­gung. Die­sen Ver­bots­grund erfüllt der Ver­ein fer­ner dadurch, dass er den bewaff­ne­ten Jihad in den von reli­gi­ons­be­zo­ge­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen betrof­fe­nen Staa­ten durch die Ver­brei­tung von Erklä­run­gen, gewalt­ver­herr­li­chen­den Kampf­ge­sän­gen und Gebe­ten mit der Bit­te um die Ver­nich­tung von Ame­ri­ka­nern, Juden, Chris­ten und Schii­ten unter­stützt. DawaFFM wirkt so auf eine Radi­ka­li­sie­rung ins­be­son­de­re von jun­gen Mus­li­men hin und berei­tet den Boden für die Gewin­nung von Kämp­fern für den bewaff­ne­ten Jihad in den ein­schlä­gi­gen Kon­flikt­staa­ten und auch für ent­spre­chend moti­vier­te Gewalt­ta­ten in Deutsch­land.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 14. Mai 2014 – 6 A 3.2013 -