Verfassungsbeschwerde – und der Eilrechtsschutz

Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht im Streitfall einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist. Bei der Prüfung dieser Voraussetzungen ist ein strenger Maßstab anzulegen1.

Verfassungsbeschwerde – und der Eilrechtsschutz

Zu den Zulässigkeitsanforderungen an einen Antrag nach § 32 Abs. 1 BVerfGG gehört die substantiierte Darlegung der Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung2.

Selbst wenn eine Verfassungsbeschwerde in der Sache Aussicht auf Erfolg hat, kommt ein Einschreiten des Bundesverfassungsgerichts im Wege der einstweiligen Anordnung gemäß § 32 Abs. 1 BVerfGG nur in Betracht, wenn ein schwerer Nachteil im Sinne des § 32 BVerfGG dargelegt wird3

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 18. Juni 2021 – 2 BvR 1077/21

  1. vgl. BVerfGE 76, 253 <255>[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.11.2006 – 1 BvQ 33/06 2; Beschluss vom 27.11.2015 – 2 BvQ 43/15, Rn. 4; Beschluss vom 23.08.2017 – 1 BvR 1783/17, Rn. 9[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.06.2020 – 1 BvR 1378/20, Rn. 4; Beschluss vom 16.07.2020 – 1 BvR 1617/20, Rn. 5; Beschluss vom 10.09.2020 – 2 BvR 336/20, Rn. 7 f.[]

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