Ver­jäh­rung bei "alten" Ver­brau­cher­dar­lehn

Die Ver­jäh­rung von Ansprü­chen des Dar­le­hens­ge­bers gegen den Dar­le­hens­neh­mer aus einem Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag, die vor dem 31. Dezem­ber 2001 ent­stan­den sind und zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ver­jährt waren, wird gemäß § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB in Ver­bin­dung mit Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB ab dem 1. Janu­ar 2002 gehemmt.

Ver­jäh­rung bei "alten" Ver­brau­cher­dar­lehn

Die Ver­jäh­rungs­hem­mung nach § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB erfasst sowohl die in den Dar­le­hens­ra­ten ent­hal­te­nen Til­gungs­an­tei­le, Ver­trags­zin­sen und Bear­bei­tungs­ge­büh­ren als auch die Ver­zugs­zin­sen.

Noch kei­ne Ver­jäh­rung nach altem Schuld­recht

Die­je­ni­gen Dar­lehns­ra­ten nebst den auf sie zu zah­len­den Ver­zugs­zin­sen, die nach altem Recht am 31. Dezem­ber 2001 noch nicht ver­jährt waren, fal­len in den Anwen­dungs­be­reich des Art. 229 § 6 EGBGB.

Für die in den Dar­le­hens­ra­ten ent­hal­te­nen Ver­trags­zin­sen und Tei­le der ein­ma­li­gen Bear­bei­tungs­ge­bühr 1 galt nach altem Recht die vier­jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist des § 197 BGB aF.

Ob die in den Raten ent­hal­te­nen Til­gungs­leis­tun­gen auch nach § 197 BGB aF in vier Jah­ren ver­jähr­ten 2 oder der drei­ßig­jäh­ri­gen Regel­ver­jäh­rung des § 195 BGB aF unter­fie­len 3, kann im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall dahin­ste­hen, da sowohl die Frist des § 197 BGB aF als auch die andern­falls maß­geb­li­che drei­ßig­jäh­ri­ge Regel­ver­jäh­rungs­frist des § 195 BGB aF am 31. Dezem­ber 2001 noch nicht abge­lau­fen war.

Der Anspruch der Dar­lehns­ge­be­rin auf Zah­lung von Ver­zugs­zin­sen auf die fäl­li­gen Raten war im ent­schie­de­nen Streit­fall eben­falls am 31. Dezem­ber 2001 noch nicht ver­jährt, da die inso­fern nach § 11 Abs. 3 Satz 3 Ver­brKrG aF maß­geb­li­che drei­ßig­jäh­ri­ge Frist des § 195 BGB aF zu die­sem Zeit­punkt noch nicht abge­lau­fen war.

Hem­mung nach § 497 Abs. 3 S. 3 BGB

§ 497 Abs. 3 Satz 3 BGB nF kann nicht als Son­der­ver­jäh­rungs­vor­schrift ange­se­hen wer­den. Die­se Vor­schrift ist des­we­gen in einen Fris­ten­ver­gleich nach Art. 229 § 6 Abs. 3 EGBGB mit § 197 BGB aF nicht ein­zu­be­zie­hen.

Bei § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB nF han­delt es sich nicht um eine Son­der­ver­jäh­rungs­vor­schrift, son­dern nach ihrem ein­deu­ti­gen Wort­laut um eine Norm, die die Hem­mung einer auf­grund ande­rer Vor­schrif­ten in Gang gesetz­ten Ver­jäh­rung bewirkt. Die Rechts­fol­ge der Hem­mung ist wie bei ande­ren Hem­mungs­tat­be­stän­den auch, dass gemäß § 209 BGB der Zeit­raum, wäh­rend des­sen die Ver­jäh­rung gehemmt ist, in die Ver­jäh­rungs­frist nicht ein­ge­rech­net wird.

Die Ansicht, eine der­ar­ti­ge Hand­ha­bung wider­spre­che dem Sinn und Zweck des Art. 229 § 6 Abs. 3 EGBGB, da der Gesetz­ge­ber nicht beab­sich­tigt habe, zum Zeit­punkt der Geset­zes­än­de­rung bereits lau­fen­de Ver­jäh­rungs­fris­ten zu ver­län­gern, ist für den Bun­des­ge­richts­hof unzu­tref­fend. Die erst im Lau­fe des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens auf Inter­ven­ti­on des Bun­des­ra­tes ein­ge­füg­te 4 Norm des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB hat­te vor dem Hin­ter­grund der nun­meh­ri­gen kur­zen Regel­ver­jäh­rung nur den Zweck, es zu ver­mei­den, dass der Gläu­bi­ger trotz ein­ge­hen­der Zah­lun­gen des Schuld­ners allein zur Ver­hin­de­rung des Ver­jäh­rungs­ein­tritts die Titu­lie­rung der For­de­rung betreibt und dadurch wei­te­re Kos­ten zu Las­ten des Schuld­ners ver­ur­sacht 5. Dass sich dadurch die Ver­jäh­rung eines vor dem 1. Janu­ar 2002 ent­stan­de­nen und noch nicht ver­jähr­ten Dar­le­hens­rück­zah­lungs­an­spruchs im Ver­hält­nis zum alten Recht fak­tisch ver­län­gern kann 6, hat der Gesetz­ge­ber dabei in Kauf genom­men. Dies zeigt sich schon dar­an, dass es für alle nach dem 1. Janu­ar 2002 ent­stan­de­nen Ansprü­che auf Dar­le­hens­rück­zah­lung wegen der gemäß Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB gel­ten­den drei­jäh­ri­gen Regel­ver­jäh­rung in Ver­bin­dung mit dem Hem­mungs­tat­be­stand des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB im Ver­gleich zur vier­jäh­ri­gen Frist des § 197 BGB aF fak­tisch zu einer der­ar­ti­gen Ver­län­ge­rung der Ver­jäh­rungs­frist kommt. Dann ist aber nicht ein­zu­se­hen, war­um dies nicht auch für schon vor dem 1. Janu­ar 2002 ent­stan­de­ne, zu die­sem Zeit­punkt aber noch nicht ver­jähr­te und damit der Über­gangs­vor­schrift des Art. 229 § 6 EGBGB unter­fal­len­de Ansprü­che mög­lich sein soll 7.

Über­gangs­vor­schrif­ten zur Ver­jäh­rung nach neu­em Schuld­recht

Die Ver­jäh­rung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Ansprü­che der Dar­lehns­ge­be­rin ist nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB durch Erhe­bung der vor­lie­gen­den Kla­ge gehemmt wor­den, weil sie zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ver­jährt waren.

Die Ver­jäh­rung ist mit Inkraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes ab dem 1. Janu­ar 2002 gemäß § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB nF auf die Dau­er von längs­tens zehn Jah­ren von ihrer Ent­ste­hung an gehemmt wor­den. Das hat dazu geführt, dass die Ver­jäh­rungs­fris­ten – sowohl des § 197 BGB aF als auch der §§ 195, 199 BGB nF – bei Kla­ge­er­he­bung noch nicht abge­lau­fen waren.

Für die Hem­mung des Laufs der Ver­jäh­rungs­frist gilt in Über­gangs­fäl­len das Stich­tags­prin­zip 8. Gemäß Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB fin­den auf die am 1. Janu­ar 2002 bestehen­den und noch nicht ver­jähr­ten Ansprü­che die Vor­schrif­ten des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs über die Ver­jäh­rung in der seit die­sem Tag gel­ten­den Fas­sung und damit auch § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB Anwen­dung. Der Hem­mungs­tat­be­stand des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB erfasst nach – soweit ersicht­lich – ein­hel­li­ger Mei­nung in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur, der der Bun­des­ge­richts­hof zustimmt, auf­grund der ein­deu­ti­gen Über­gangs­re­ge­lung in Art. 229 § 6 Abs. 1 EGBGB vor dem Jahr 2002 ent­stan­de­ne, aber noch nicht ver­jähr­te Ansprü­che wie die hier ab dem Jahr 1998 fäl­lig gewor­de­nen Raten, obwohl es nach altem Recht kei­ne ent­spre­chen­de Rege­lung gab 9.

Etwas ande­res ergibt sich auch nicht aus Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 2 EGBGB, da dort ledig­lich gere­gelt ist, dass sich die Hem­mung der Ver­jäh­rung für den Zeit­raum vor dem 1. Janu­ar 2002 nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch in der bis zu die­sem Tag gel­ten­den Fas­sung bestimmt. Der schon vor dem 1. Janu­ar 2002 vor­lie­gen­de, aber über die­sen Tag hin­aus­rei­chen­de Dau­er­tat­be­stand des Ver­zu­ges bewirkt über Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB, § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB ab dem 1. Janu­ar 2002 den Ein­tritt der Hem­mung.

Dar­an ver­mag auch Art. 229 § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EGBGB, der § 497 BGB in der seit dem 1. August 2002 gel­ten­den Fas­sung nur auf nach dem 1. Novem­ber 2002 ent­stan­de­ne Schuld­ver­hält­nis­se für anwend­bar erklärt, nichts zu ändern. Denn das OLG-Ver­tre­tungs­än­de­rungs­ge­setz 10, auf das die Norm zurück­geht, betraf § 497 BGB ledig­lich inso­weit, als es in sei­nem Art. 25 Nr. 14 des­sen Absatz 1 änder­te und einen neu­en Absatz 4 auf­nahm, den durch das Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Schuld­rechts 11 ein­ge­füg­ten Absatz 3 Satz 3 jedoch unbe­rührt ließ. Die von Art. 229 § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EGBGB erst ab 01.11.2002 ange­ord­ne­te Anwend­bar­keit bezieht sich daher nicht auf den Son­der­hem­mungs­tat­be­stand des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB 12.

Was die im Jahr 1998 fäl­lig gewor­de­nen Raten angeht, zei­tigt auch Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB kein ande­res Ergeb­nis. Nach die­ser Vor­schrift fin­det zwar auf vor dem 1. Janu­ar 2003 ent­stan­de­ne Dau­er­schuld­ver­hält­nis­se bis zum 31. Dezem­ber 2002 das Bür­ger­li­che Gesetz­buch in der bis 31. Dezem­ber 2001 gel­ten­den Fas­sung Anwen­dung, sodass man­gels Gel­tung eines § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB ent­spre­chen­den Hem­mungs­tat­be­stan­des im alten Recht gemäß §§ 197, 198 Satz 1, § 201 Satz 1 BGB aF mit Ablauf des 31. Dezem­ber 2002 Ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten wäre. Indes ist § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB – als im mate­ri­el­len Recht ver­or­te­te, nichts­des­to­trotz aber rein ver­jäh­rungs­recht­li­che Rege­lung – gemäß dem für Vor­schrif­ten der Ver­jäh­rung spe­zi­el­le­ren Art. 229 § 6 EGBGB unab­hän­gig davon anzu­wen­den, ob für Ansprü­che aus einem Dar­le­hens­ver­trag aus der Zeit vor dem 1. Janu­ar 2003 gemäß Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB altes mate­ri­el­les Recht gilt 13.

Die Hem­mung nach § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB erfasst gemäß Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB mit Wir­kung ab dem 1. Janu­ar 2002 sowohl den streit­ge­gen­ständ­li­chen Anspruch der Dar­lehns­ge­be­rin auf Zah­lung der ver­trags­ge­mäß geschul­de­ten Raten (Til­gung, Ver­trags­zin­sen, Bear­bei­tungs­ge­bühr) als auch den Anspruch auf die auf die Raten zu zah­len­den Ver­zugs­zin­sen.

Durch § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB wer­den nach herr­schen­der Mei­nung, der der Bun­des­ge­richts­hof zustimmt, rück­stän­di­ge Dar­le­hens­ra­ten in vol­lem Umfang, also auch soweit in ihnen Ver­trags­zin­sen ent­hal­ten sind, und die Ver­zugs­zin­sen erfasst 14.

Die auf den Wort­laut der Vor­gän­ger­re­ge­lung des § 11 Abs. 3 Satz 3 Ver­brKrG aF abstel­len­de Gegen­an­sicht 15 über­sieht, dass sich die Geset­zes­be­grün­dung, die von einer inhalt­li­chen Ent­spre­chung des neu­en § 497 BGB und des bis­he­ri­gen § 11 Ver­brKrG spricht 16, auf eine Fas­sung bezieht, die § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB noch nicht ent­hielt. Des­sen Ein­fü­gung dien­te gera­de dazu, den Dar­le­hens­ge­ber davon abzu­hal­ten, allein zur Ver­mei­dung des Ver­jäh­rungs­ein­tritts eine Titu­lie­rung sei­ner For­de­rung zu betrei­ben 17 und dadurch die ohne­hin schon bestehen­de Schul­den­last des Dar­le­hens­neh­mers unnö­tig zu erhö­hen. Die­ser Geset­zes­zweck trifft aber nicht nur für die in den monat­li­chen Dar­le­hens­ra­ten ent­hal­te­nen, unstrei­tig der Hem­mungs­norm des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB unter­fal­len­den Til­gungs, son­dern auch für die dar­in ein­ge­schlos­se­nen Zins­an­tei­le zu. Es ist nicht ein­zu­se­hen, dass der – sich beim Annui­tä­ten­dar­le­hen stän­dig ver­än­dern­de, beim Raten­kre­dit gleich blei­ben­de – (Zins)Anteil einer ein­heit­li­chen monat­li­chen Sum­me frü­her als die Til­gungs­leis­tung ver­jäh­ren und den Gläu­bi­ger dies­be­züg­lich zu kos­ten­aus­lö­sen­den Maß­nah­men zwin­gen soll.

Dies gilt umso mehr, als die von § 367 Abs. 1 BGB abwei­chen­de Ver­rech­nungs­norm des § 497 Abs. 3 Satz 1 BGB eben­falls nur zwi­schen Zin­sen nach Absatz 2 (Ver­zugs­zin­sen) und dem "übri­gen geschul­de­ten Betrag" nach Absatz 1 (Dar­le­hens­ra­ten) dif­fe­ren­ziert und gera­de kei­ne Unter­schei­dung zwi­schen 18Zins­leis­tun­gen und Til­gungs­an­tei­len trifft, sodass die aus der Gegen­an­sicht fol­gen­de frü­he­re Ver­jäh­rung der Zins­leis­tun­gen auch nicht durch eine vor­ran­gi­ge Ver­rech­nung der Zah­lun­gen auf die­se Schuld des Dar­le­hens­neh­mers abge­fan­gen wird.

Der Wort­laut des § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB spricht dem­entspre­chend nicht nur – inso­weit noch mit § 11 Abs. 3 Ver­brKrG über­ein­stim­mend – von "Zin­sen", son­dern dar­über hin­aus­ge­hend auch von "Dar­le­hens­rück­erstat­tung" bzw. – der sprach­li­chen Ver­ein­heit­li­chung im Geld­dar­le­hens­be­reich geschul­det 19 – seit dem 11. Juni 2010 20 von "Dar­le­hens­rück­zah­lung", wor­un­ter nach dem oben Gesag­ten sowohl Til­gungs- als auch (Vertrags)Zinsleistungen zu ver­ste­hen sind.

Der Ein­tritt der Hem­mung gemäß § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB ist auch nicht davon abhän­gig, ob der Schuld­ner über­haupt Teil­leis­tun­gen erbringt oder sich die gegen­über § 367 Abs. 1 BGB ver­än­der­te Til­gungs­rei­hen­fol­ge aus­wirkt (vgl. BGH, Beschluss vom 13.03.2007 – XI ZR 263/​06)). Daher war der Anspruch der Dar­lehns­ge­be­rin auf Zah­lung der bis zum 31. Dezem­ber 2001 fäl­lig gewor­de­nen Dar­le­hens­ra­ten nebst Zin­sen wegen des infol­ge der kalen­der­mä­ßi­gen Bestim­mung der Leis­tungs­zeit gemäß § 284 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 Satz 2 BGB ein­ge­tre­te­nen Ver­zugs vom 1. Janu­ar 2002 an bis zum Ablauf der Höchst­frist von zehn Jah­ren ab Anspruchs­ent­ste­hung gemäß § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB i.V.m. Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB gehemmt.

Berech­nung

Die Ver­jäh­rung des Anspruchs auf Zah­lung der am 15. Janu­ar 1998 fäl­li­gen Dar­le­hens­ra­te nebst Zin­sen war danach vom 1. Janu­ar 2002 an bis zum 15. Janu­ar 2008 (Ablauf der Höchst­frist von zehn Jah­ren ab Anspruchs­ent­ste­hung) gehemmt. Die ab dem 16. Janu­ar 2008 wie­der lau­fen­de Ver­jäh­rungs­frist wur­de sodann durch die Kla­ge­er­he­bung am 2. Febru­ar 2008 erneut gehemmt (§ 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB). Sowohl die Frist des § 197 BGB aF als auch die der §§ 195, 199 BGB nF war infol­ge der zuvor durch § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB bewirk­ten Hem­mung bei Kla­ge­er­he­bung noch nicht abge­lau­fen (§ 209 BGB). Was die übri­gen, erst spä­ter fäl­lig gewor­de­nen Raten sowie die Ver­zugs­zin­sen angeht, dau­er­te die durch § 497 Abs. 3 Satz 3 BGB seit dem 1. Janu­ar 2002 bewirk­te Hem­mung zum Zeit­punkt der Kla­ge­er­he­bung noch an, sodass auch dies­be­züg­lich Ver­jäh­rung noch nicht ein­ge­tre­ten ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. April 2011 – XI ZR 201/​09

  1. vgl. dazu BGH, Urteil vom 10.07.1986 – III ZR 133/​85, BGHZ 98, 174, 186[]
  2. so die herr­schen­de Mei­nung in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur: OLG Hamm, WM 1990, 924, 926; OLG Stutt­gart, WM 1992, 864, 865 ff.; OLG Cel­le, MDR 1994, 157 f.; OLG Schles­wig, NJWRR 2003, 627 f.; MünchKommBGB/​Grothe, 4. Aufl., § 197 Rn. 2; Staudinger/​Peters, BGB, Neu­bearb. 2001, § 197 Rn. 24; Palandt/​Heinrichs, BGB, 61. Aufl., § 197 Rn. 5; Bruch­ner in Schimansky/​Bunte/​Lwowski, Bank­rechts­Hand­buch, 2. Aufl., § 81 Rn. 211; Emme­rich in Graf von Westphalen/​Emmerich/​von Rot­ten­burg, Ver­brKrG, 2. Aufl., § 11 Rn. 74; Bei­ning, NJW 1990, 1464, 1466; vgl. auch für Annui­tä­ten­dar­le­hen: BGH, Urteil vom 12.06.2001 – XI ZR 283/​00, BGHZ 148, 90, 93 f.[]
  3. so LG Kre­feld, NJW 1991, 2026 f.; Schwach­heim, NJW 1989, 2026, 2028 ff.[]
  4. BT-Drucks. 14/​6040 i.V.m. BT-Drucks. 14/​6857 S. 34[]
  5. BT-Drucks. 14/​6857 S. 65 f.[]
  6. so auch Palandt/​Ellenberger, BGB, 70. Aufl., Art. 229 § 6 EGBGB Rn. 7[]
  7. so auch OLG Karls­ru­he, OLGR 2007, 417, 418[]
  8. vgl. Palandt/​Ellenberger, BGB, 70. Aufl., EGBGB Art. 229 § 6 Rn. 7[]
  9. OLG Köln, WM 2007, 1324, 1325; OLG Stutt­gart, Urteil vom 13.03.2006 – 6 U 248/​05; OLG Hamm, WM 2007, 1328, 1329; OLG Cel­le, WM 2007, 1319, 1323; OLG Karls­ru­he, OLGR 2007, 417, 418; OLG Jena, Urteil vom 25.08.2008 – 5 U 404/​07; MünchKommBGB/​Schürnbrand, 5. Aufl., § 497 Rn. 38; Staudinger/​Peters, BGB, Bearb. 2003, Art. 229 § 6 EGBGB Rn. 17; Erman/​Schmid­tRänsch, BGB, 12. Aufl., Anh. zu Vorb. §§ 194 – 218 Rn. 4; Palandt/​Ellen­ber­ger, BGB, 70. Aufl., EGBGB Art. 229 § 6 Rn. 7; Bud­zi­kie­wicz, WM 2003, 264, 374[]
  10. vom 23.07.2002, BGBl. I S. 2850[]
  11. vom 26.11.2001, BGBl. I S. 3138[]
  12. so auch OLG Hamm, WM 2007, 1328, 1329[]
  13. BGH, Urteil vom 13.07.2010 – XI ZR 27/​10, WM 2010, 1596 Rn. 9 f.[]
  14. Münch­Komm-BGB/­Schürn­brand, 5. Aufl., § 497 Rn. 38; Staudinger/​Kes­sal­Wulf, BGB, Bearb. 2004, § 497 Rn. 36; Erman/​Saenger, BGB, 12. Aufl., § 497 Rn. 45; Nobbe/​MüllerChristmann, Kom­men­tar zum Kre­dit­recht, § 497 Rn. 22, 26; wohl auch Reiff in Anw­Komm-BGB, § 497 Rn. 11[]
  15. Bud­zi­kie­wicz, WM 2003, 264, 273; Bülow/​Artz, Ver­brau­cher­kre­dit­recht, 7. Aufl., § 497 Rn. 73; Palandt/​Weidenkaff, BGB, 70. Aufl., § 497 Rn. 10[]
  16. BT-Drucks. 14/​6040 S. 28, 256[]
  17. BT-Drucks. 14/​6857 S. 34, 65 f.[]
  18. Ver­trags[]
  19. vgl. BT-Drucks. 16/​11643 S. 12, 84 i.V.m. BT-Drucks. 16/​13669 S. 18, 123[]
  20. Art. 1 Nr. 27 Buchst. c des Geset­zes vom 29.07.2009, BGBl. I S. 2355[]