Ver­jäh­rung, Kla­ge­zu­stel­lung und Zah­lung des Gerichts­kos­ten­vor­schus­ses

Soll durch die Zustel­lung eine Frist gewahrt wer­den oder die Ver­jäh­rung neu begin­nen oder nach § 204 des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs gehemmt wer­den, tritt die­se Wir­kung bereits mit Ein­gang des Antrags oder der Erklä­rung ein, wenn die Zustel­lung dem­nächst erfolgt, § 167 ZPO.

Ver­jäh­rung, Kla­ge­zu­stel­lung und Zah­lung des Gerichts­kos­ten­vor­schus­ses

Die Zustel­lung einer Kla­ge ist jeden­falls dann noch dem­nächst erfolgt, wenn die durch den Klä­ger zu ver­tre­ten­de Ver­zö­ge­rung der Zustel­lung den Zeit­raum von 14 Tagen nicht über­schrei­tet. Bei der Berech­nung der Zeit­dau­er der Ver­zö­ge­rung ist auf die Zeit­span­ne abzu­stel­len, um die sich der ohne­hin erfor­der­li­che Zeit­raum für die Zustel­lung der Kla­ge als Fol­ge der Nach­läs­sig­keit des Klä­gers ver­zö­gert 1.

So hat es der Bun­des­ge­richts­hof jetzt die Zustel­lung der zur Ver­jäh­rungs­hem­mung am 30. Dezem­ber 2004 beim Land­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge­schrift am 11. März 2005 noch als dem­nächst im Sin­ne von § 167 ZPO bewer­tet; damit trat die Hem­mung der Ver­jäh­rung etwai­ger Ansprü­che der Klä­ge­rin nach § 204 BGB bereits mit Ein­gang der Kla­ge­schrift am 30. Dezem­ber 2004 ein.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die Zustel­lung einer Kla­ge jeden­falls dann noch dem­nächst erfolgt, wenn die durch den Klä­ger zu ver­tre­ten­de Ver­zö­ge­rung der Zustel­lung den Zeit­raum von 14 Tagen nicht über­schrei­tet 2. Bei der Berech­nung der Zeit­dau­er der Ver­zö­ge­rung ist auf die Zeit­span­ne abzu­stel­len, um die sich der ohne­hin erfor­der­li­che Zeit­raum für die Zustel­lung der Kla­ge als Fol­ge der Nach­läs­sig­keit des Klä­gers ver­zö­gert 3.

Dabei kommt es nach die­sen Grund­sät­zen nicht ins­ge­samt auf die Zeit­span­ne zwi­schen der Auf­for­de­rung zur Ein­zah­lung der Gerichts­kos­ten und deren Ein­gang bei der Gerichts­kas­se an. Die Klä­ge­rin hat hier­von allen­falls eine Ver­zö­ge­rung von nicht mehr als 14 Tagen zu ver­tre­ten. Es kann dahin­ste­hen, inner­halb wel­cher Zeit die Klä­ge­rin die Über­wei­sung nach Anfor­de­rung des Gerichts­kos­ten­vor­schus­ses ver­an­las­sen muss­te, ohne nach­läs­sig zu han­deln. Selbst wenn man, was eher fern liegt, for­dert, dass die Über­wei­sung bereits am 8. Febru­ar 2005, also einen Tag nach Anfor­de­rung des Gerichts­kos­ten­vor­schus­ses, hät­te ver­an­lasst wer­den müs­sen und man dar­über hin­aus anneh­men woll­te, dass die Klä­ge­rin einen Ein­gang des Vor­schus­ses bin­nen eines Bank­ar­beits­ta­ges hät­te sicher­stel­len müs­sen, wäre der Vor­schuss erst am 9. Febru­ar 2005 bei der Gerichts­kas­se ein­ge­gan­gen. Tat­säch­lich ist er am 23. Febru­ar 2005, mit­hin nur 14 Tage spä­ter ein­ge­gan­gen. Selbst wenn man unter­stellt, dass die­se 14 Tage in vol­lem Umfang auf eine Nach­läs­sig­keit der Klä­ge­rin beruh­ten, wäre die Zustel­lung nach den oben genann­ten Grund­sät­zen noch dem­nächst erfolgt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Febru­ar 2011 – VII ZR 185/​07

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 20.04.2000 – VII ZR 116/​99, BauR 2000, 1225 = ZfBR 2000, 466[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 20.04.2000 – VII ZR 116/​99, BauR 2000, 1225 = ZfBR 2000, 466; vom 27.05.1999 – VII ZR 24/​98, BauR 1999, 1216 = ZfBR 1999, 322; vom 12.01.1996 – V ZR 246/​94, NJW 1996, 1060; vom 01.12.1993 – XII ZR 177/​92, NJW 1994, 1073; vom 06.04.1972 – III ZR 210/​69, NJW 1972, 1948[]
  3. BGH, Urtei­le vom 20.04.2000 – VII ZR 116/​99, aaO; vom 25.02.1971 – VII ZR 181/​69, NJW 1971, 891; OLG Mün­chen, WM 2009, 2176[]