Ver­jäh­rung – und das Teil-Fest­stel­lungs­ur­teil im Vor­pro­zess

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist sowohl für den Umfang einer Hem­mung der Ver­jäh­rung gemäß § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB als auch für den Umfang der Rechts­kraft der den pro­zes­sua­len Anspruch bil­den­de Streit­ge­gen­stand maß­ge­bend.

Ver­jäh­rung – und das Teil-Fest­stel­lungs­ur­teil im Vor­pro­zess

Wird nur ein Teil eines ein­heit­li­chen Anspruchs ein­ge­klagt, so wird die Ver­jäh­rung auch nur inso­weit gehemmt, und die Rechts­kraft beschränkt sich auf den ein­ge­klag­ten Teil­be­trag 1.

Wer nur die Fest­stel­lung einer ein­ge­schränk­ten Pflicht begehrt, muss sich hin­sicht­lich der ver­jäh­rungs­hem­men­den Wir­kung des Fest­stel­lungs­ur­teils dann auch mit der nur ein­ge­schränk­ten Fest­stel­lung begnü­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Juni 2015 – II ZR 166/​14

  1. BGH, Urteil vom 11.03.2009 – IV ZR 224/​07, NJW 2009, 1950 Rn. 12 mwN[]