Ver­jäh­rungs­hem­mung durch Ver­hand­lun­gen

Der in § 203 BGB ver­wen­de­te Begriff der Ver­hand­lun­gen ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs weit aus­zu­le­gen. Ver­hand­lun­gen schwe­ben schon dann, wenn eine der Par­tei­en Erklä­run­gen abgibt, die der jeweils ande­ren die Annah­me gestat­ten, der Erklä­ren­de las­se sich auf Erör­te­run­gen über die Berech­ti­gung des Anspruchs oder des­sen Umfang ein. Nicht erfor­der­lich ist, dass Ver­gleichs­be­reit­schaft oder Bereit­schaft zum Ent­ge­gen­kom­men signa­li­siert wird oder dass Erfolgs­aus­sicht besteht [1].

Ver­jäh­rungs­hem­mung durch Ver­hand­lun­gen

Ein Abbruch der Ver­hand­lun­gen durch „Ein­schla­fen­las­sen“ ist dann anzu­neh­men, wenn der Berech­tig­te den Zeit­punkt ver­säumt, zu dem eine Ant­wort auf die letz­te Anfra­ge des Ersatz­pflich­ti­gen spä­tes­tens zu erwar­ten gewe­sen wäre, falls die Regu­lie­rungs­ver­hand­lun­gen mit ver­jäh­rungs­hem­men­der Wir­kung hät­ten fort­ge­setzt wer­den sol­len [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Juni 2014 – IV ZR 348/​13

  1. BGH, Beschluss vom 08.12 2011 – V ZR 110/​11 2; Urtei­le vom 26.09.2006 – VI ZR 124/​05, VersR 2007, 76 Rn. 5; vom 30.06.1998 – VI ZR 260/​97, VersR 1998, 1295 unter – II 2[]
  2. BGH, Urtei­le vom 05.11.2002 – VI ZR 416/​01, BGHZ 152, 298, 303; vom 06.11.2008 – IX ZR 158/​07, VersR 2009, 945 Rn. 10[]