Ver­jäh­rungs­hem­mung durch Kla­ge­er­he­bung – und die Zustel­lung dem­nächst

Nach § 199 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1, § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB in Ver­bin­dung mit § 167 ZPO tritt die Wir­kung der Zustel­lung und damit die Hem­mung der Ver­jäh­rung bereits mit Ein­gang des Antrags ein, wenn die Zustel­lung dem­nächst erfolgt.

Ver­jäh­rungs­hem­mung durch Kla­ge­er­he­bung – und die Zustel­lung dem­nächst

Die Vor­schrift des § 167 ZPO will die Par­tei­en vor Nach­tei­len durch Ver­zö­ge­run­gen der von Amts wegen zu bewir­ken­den Zustel­lung schüt­zen, die inner­halb des gericht­li­chen Geschäfts­be­triebs lie­gen und von den Par­tei­en nicht beein­flusst wer­den kön­nen. Bei der Fra­ge, ob eine Kla­ge­zu­stel­lung "dem­nächst" im Sin­ne von § 167 ZPO erfolgt ist, kön­nen dem Klä­ger Ver­säum­nis­se des­halb nur inso­weit zuge­rech­net wer­den, wie sich fest­stel­len lässt, dass die gefor­der­te Hand­lung den Ver­fah­rens­gang ver­kürzt hät­te 1. Ein sol­ches Ver­säum­nis kann zwar auch dar­in bestehen, dass der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers es schuld­haft unter­lässt, die für die Kla­ge­zu­stel­lung erfor­der­li­chen beglau­big­ten Abschrif­ten der Kla­ge­schrift ein­zu­rei­chen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. März 2016 – V I ZR 109/​15

  1. BGH, Urteil vom 05.02.2003 – IV ZR 44/​02, VersR 2003, 489, 490 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 24.06.1974 – III ZR 105/​72, VersR 1974, 1106, 1107[]