Ver­jäh­rungs­hem­mung per Mahn­be­scheid und die Indi­vi­dua­li­sie­rung der For­de­rung

Ein Mahn­be­scheid hemmt den Lauf der Ver­jäh­rung nur dann, wenn der gel­tend gemach­te Anspruch hin­rei­chend indi­vi­dua­li­siert wor­den ist. Er muss durch sei­ne Kenn­zeich­nung von ande­ren so unter­schie­den und abgrenzt wer­den, dass er Grund­la­ge eines der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähi­gen Voll­stre­ckungs­ti­tels sein und der Schuld­ner erken­nen kann, wel­cher Anspruch durch den Mahn­be­scheid gel­tend gemacht wird, damit er beur­tei­len kann, ob und in wel­chem Umfang er sich zur Wehr set­zen will 1.

Ver­jäh­rungs­hem­mung per Mahn­be­scheid und die Indi­vi­dua­li­sie­rung der For­de­rung

Allein die Anga­be der Buchungs­kon­to­num­mer des Beklag­ten erfüllt die­se Anfor­de­run­gen nicht, wenn zugleich aus­drück­lich auch eine Rech­nung vom 23.02.2007 erwähnt wird. Mit die­ser wei­te­ren Indi­vi­dua­li­sie­rung muss­te der Beklag­te davon aus­ge­hen, dass die Klä­ger­sei­te hier ledig­lich die Rech­nung unter die­sem einen Datum gel­tend macht, gera­de kein Zeit­raum und kei­ne sons­ti­gen Rech­nun­gen vom Mahn­ver­fah­ren erfasst sind. Dies ergibt sich bereits aus dem Wort­laut, mit dem eine "Rech­nung vom.…." und kei­ne "Rech­nun­gen bis.…" gel­tend gemacht wer­den.

Amts­ge­richt Mann­heim, Urteil vom 10. Juni 2010 – 3 C 84/​10

  1. BGH, Urteil vom 06.11.2007 – X ZR 103/​05; und Urteil vom 17.10.2000 – XI ZR 312/​99[]