Ver­kaufs­an­ge­bot auf eBay – unter dem Vor­be­halt der Ange­bots­rück­nah­me

Ein bei der Inter­net­platt­form eBay ein­ge­stell­tes Ver­kaufs­an­ge­bot ist aus der Sicht des an der eBay-Auk­ti­on teil­neh­men­den Bie­ters dahin aus­zu­le­gen, dass es unter dem Vor­be­halt einer nach den eBay-Bedin­gun­gen berech­tig­ten Ange­bots­rück­nah­me steht 1.

Ver­kaufs­an­ge­bot auf eBay – unter dem Vor­be­halt der Ange­bots­rück­nah­me

Nach den Auk­ti­ons­be­din­gun­gen von eBay kommt ein Kauf­ver­trag bei Ablauf der Auk­ti­on oder bei vor­zei­ti­ger Been­di­gung des Ange­bots – inso­weit über­ein­stim­mend mit den §§ 145 ff. BGB – durch Annah­me des Ver­kaufs­an­ge­bots durch den Höchst­bie­ten­den zustan­de, es sei denn der Anbie­ter war "gesetz­lich dazu berech­tigt", das Ange­bot zurück­zu­neh­men und die vor­lie­gen­den Gebo­te zu strei­chen.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist das Ver­kaufs­an­ge­bot aus der Sicht des an einer eBay-Auk­ti­on teil­neh­men­den Bie­ters (§§ 133, 157 BGB) dahin aus­zu­le­gen, dass es unter dem Vor­be­halt einer (nach die­sen eBay-Bedin­gun­gen) berech­tig­ten Ange­bots­rück­nah­me steht. Dies ist nicht nur im enge­ren Sinn als Ver­wei­sung auf die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen über die Anfech­tung von Wil­lens­er­klä­run­gen (§§ 119 ff. BGB) zu ver­ste­hen, son­dern wird durch Hin­wei­se von eBay zur Ange­bots­be­en­di­gung erläu­tert, die auch ande­re Tat­be­stän­de, wie etwa den unver­schul­de­ten Ver­lust des Arti­kels, bezeich­nen 2.

In Ein­klang mit die­ser Recht­spre­chung ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein unver­schul­de­ter Ver­lust (bezie­hungs­wei­se die Zer­stö­rung) des Kauf­ge­gen­stan­des eine vor­zei­ti­ge Ange­bots­rück­nah­me recht­fer­tigt und das Zustan­de­kom­men eines Ver­tra­ges ver­hin­dert.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Sep­tem­ber 2015 – VIII ZR 284/​14

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urtei­le vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, NJW 2011, 2643 Rn. 17; vom 08.01.2014 – VIII ZR 63/​13, NJW 2014, 1292, Rn.20; vom 10.12 2014 – VIII ZR 90/​14, NJW 2015, 1009, Rn. 14[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, NJW 2011, 2643 Rn. 23; vom 08.01.2014 – VIII ZR 63/​13, NJW 2014, 1292 Rn.20; vom 10.12 2014 – VIII ZR 90/​14, NJW 2015, 1009 Rn. 14[]
  3. BGH, Urteil vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, NJW 2011, 2643[]