Verkehrsunfall – und die Ersatzfähigkeit der Sachverständigenkosten

Die zwischen Geschädigten und Kfz-Sachverständigen vereinbarten Gutachterkosten sind in der Verkehrsunfallregulierung regelmäßig zumindest dann erstattungsfähig, wenn sie innerhalb des Gebührenrahmens der VKS- und der BVSK-Honorarumfrage liegen.

Verkehrsunfall - und die Ersatzfähigkeit der Sachverständigenkosten

Der Unfallschädiger ist in dieser Höhe zur Zahlung verpflichtet, denn nach § 249 Abs. 1 BGB hat er den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Dies bedeutet auch, dass der Unfallgeschädigte, der berechtigt ein Reparaturgutachten zur Schadenshöhe am beschädigten Fahrzeug einholte, die entstandenen Kosten vom Schädiger verlangen kann, denn ohne den Unfall wären diese Kosten nicht entstanden.

Der Unfallschädiger kann auch nicht einwenden, dass der Unfallgeschädigte hier zu hohe Kosten veranlasst hätte, wenn die im konkreten Fall verlangte Sachverständigenvergütung innerhalb des Gebührenrahmens liegt, der bei einer Befragung, die zwischen September 2012 und dem ersten Quartal 2013 von den Sachverständigenverbänden VKS (Verband der unabhängigen Kraftfahrzeug-Sachverständigen e.V.) und BVK (Bundesverband öffentlich bestellter, vereidigter oder anerkannter qualifizierter Kraftfahrzeug-Sachverständiger e.V.) durchgeführt wurde, als tatsächlich angefallene Sachverständigenvergütung ermittelt wurde. Ausgewertet wurden Honorarrechnungen, die vollständig durch die jeweilige Haftpflichtversicherung reguliert worden sind.

Für den im hier vom Amtsgericht Fürth entschiedenen Fall vom Kfz-Sachverständigen ermittelten Schaden bis 1.500, – € inklusive MwSt wurde in der Befragung ein Grundhonorarkorridor zwischen 235, – € und 355, – € ermittelt. Mit 265, – € Grundhonorar liegt die Rechnung des Kfz-Sachverständigen im unteren Bereich dieser Variationsbreite. Gleiches gilt für die Nebenkosten, die üblicherweise zusätzlich berechnet werden, hier handelt es sich um Lichtbilder, Porto, Fernsprechgebühren, Kopien für Duplikate und Schreibkosten, die auch nach der VKS/BVK Honorarumfrage üblicherweise gesondert berechnet werden. Dem Unfallgeschädigten als Auftraggeber des Kfz-Sachverständigen kann daher vorliegend nicht zum Vorwurf gemacht werden, eine ersichtlich zu hohe Honorarvereinbarung abgeschlossen zu haben.

Amtsgericht Fürth, Urteil vom 14. September 2016 – 370 C 1210/16