Vermittlungsprovision im Fußball

Ist für die Vermittlung eines Fußballspielers keine Vermittlungsleistung erbracht worden, die zu dem erfolgreichen Transfer wesentlich beigetragen hätte, muss keine Provision gezahlt werden.  Die bloße Vermittlung von Kontakten ist für die Entstehung eines Provisionsanspruchs nicht ausreichend.

Vermittlungsprovision im Fußball

So eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln in dem hier vorliegenden Fall eines Streits über die Vermittlungsprovision für den Fußballspieler Anthony Modeste. Gleichzeitig ist damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Köln bestätigt worden. Ein Schweizer Unternehmen, das als Spielervermittler tätig ist, war seinerzeit vom 1. FC Köln beauftragt worden und klagte nun die Zahlung der Provision ein.  In Anspruch genommen hat die Klägerin die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA wegen des Transfers auf Zahlung von 2 Mio. Euro. Nach ihrer Auffassung stehe ihr nach dem Vereinswechsel von Anthony Modeste im Juli 2017 eine Vermittlungsprovision in dieser Höhe zu. Ihre Tätigkeit sei entscheidend für den Abschluss des Transfers gewesen. Insbesondere habe ihr Geschäftsführer den Trainer des FC Tianjin, den früheren italienischen Weltmeister Fabio Cannavaro, von Modeste überzeugt. Der 1.FC Köln lehnt eine Zahlung bislang ab, da die Klägerin keine Vermittlungsleistung erbracht habe.

Die Klage ist vom Landgericht Köln1 abgewiesen worden. Daraufhin hat die Klägerin ihr Ziel mit der Berufung weiter verfolgt.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Köln habe die Klägerin keine Vermittlungsleistungen erbrachte, die zu dem erfolgreichen Transfer wesentlich beigetragen hätten. Dies sei aber nach dem zwischen den Parteien geschlossenen Vertrag Voraussetzung für das Entstehen eines Provisionsanspruchs gewesen. Lediglich die bloße Vermittlung von Kontakten zwischen dem Geschäftsführer des 1. FC Köln und dem Zeugen Cannavaro sei für die Entstehung eines Provisionsanspruchs nicht ausreichend gewesen.
Darüber hinaus habe die Klägerin auch nicht beweisen können, dass sie den Zeugen Cannavaro von einer Verpflichtung Modestes überzeugt habe. Denn dieser habe nach seiner Aussage das Interesse an Modeste ohnehin nie verloren. Außerdem sei unklar geblieben, inwiefern der Geschäftsführer der Klägerin hinsichtlich der Machbarkeit des Transfers konkrete „Überzeugungsarbeit“ geleistet haben sollte. Weiterhin sei das Oberlandesgericht Köln nicht davon überzeugt, dass der Trainer bei der Spielerwahl eine Schlüsselrolle eingenommen habe. Zwar habe er bei der Auswahl neuer Spieler den Clubchef des chinesischen Vereins zwar beraten, aber letztlich dessen Entscheidungen folgen müssen.

Auf diesen Hinweisbeschluss hat die Klägerin die Berufung zurückgenommen.

Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 2. Juli 2020 – 24 U 7/20

  1. LG Köln, Urteil vom 10.12.2019 – 21 O 205/18[]

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