Ver­mö­gens­ver­zeich­nis – und mög­li­che Rück­zah­lungs­an­sprü­chen aus Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen

Einem Ver­lan­gen auf Nach­bes­se­rung einer Ver­mö­gens­aus­kunft gemäß § 802c ZPO fehlt das Rechts­schutz­be­dürf­nis, wenn der Gläu­bi­ger Aus­kunft über Erstat­tungs­for­de­run­gen für Betriebs- und Heiz­kos­ten ver­langt, die der Sozi­al­hil­fe­trä­ger für einen Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem SGB II an des­sen Ver­mie­ter geleis­tet hat.

Ver­mö­gens­ver­zeich­nis – und mög­li­che Rück­zah­lungs­an­sprü­chen aus Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen

Ein sol­ches Aus­kunfts­be­geh­ren ist mut­wil­lig, weil die­se Ansprü­che nicht der Pfän­dung unter­lie­gen [1].

Betriebs- und Heiz­kos­ten­er­stat­tun­gen des Ver­mie­ters eines Bezie­hers von Leis­tun­gen nach dem SGB II unter­lie­gen nicht der Pfän­dung. Die­se Rück­zah­lun­gen von öffent­li­chen Leis­tun­gen min­dern nach § 22 Abs. 3 Halb­satz 1 SGB II die Leis­tun­gen des Fol­ge­mo­nats an die leis­tungs­be­rech­tig­te Per­son.

Wäre in die­sen Fäl­len die Pfän­dung zuläs­sig, so erfolg­te sie zu Las­ten der öffent­li­chen Mit­tel zur Grund­si­che­rung, die dem Leis­tungs­be­rech­tig­ten ermög­li­chen soll, ein Leben zu füh­ren, das der Wür­de des Men­schen ent­spricht (§ 1 Abs. 1 SGB II). Dem Schuld­ner wür­den Mit­tel ent­zo­gen, die ihm der Staat aus sozia­len Grün­den mit Leis­tun­gen zur Grund­si­che­rung wie­der zur Ver­fü­gung stel­len müss­te. Dann aber ist die Zwangs­voll­stre­ckung als unzu­läs­sig anzu­se­hen [2].

Da der Schuld­ner in der Ver­mö­gens­aus­kunft ange­ge­ben hat, dass die von einem Drit­ten geleis­te­te Zah­lung der Neben­kos­ten durch einen Drit­ten nicht als Dar­le­hen geleis­tet wur­de, ist zudem aus­ge­schlos­sen, dass die Neben­kos­ten­zah­lun­gen infol­ge Rück­füh­rung des Dar­le­hens als aus eige­nen Mit­teln des Schuld­ners geleis­tet anzu­se­hen sind [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Dezem­ber 2016 – I ZB 54/​16

  1. BGH, NZM 2016, 768 Rn. 10 ff.; BGH, Beschluss vom 28.04.2016 – I ZB 92/​15 10[]
  2. BGH, NZM 2016, 768 Rn. 12 mwN[]
  3. vgl. BGH, NZM 2016, 768 Rn. 12[]