Ver­pach­tung eines land­wirt­schaft­li­chen Betrie­bes und die Gläu­bi­ger­an­fech­tung

Die Ver­pach­tung eines land- und forst­wirt­schaft­li­chen Betriebs kann eine nach § 1 Abs. 1 AnfG anfecht­ba­re Rechts­hand­lung dar­stel­len.

Ver­pach­tung eines land­wirt­schaft­li­chen Betrie­bes und die Gläu­bi­ger­an­fech­tung

Weg­ge­ge­ben und des­halb im Fal­le einer erfolg­rei­chen Anfech­tung vom Päch­ter dem Gläu­bi­ger nach § 11 Abs. 1 AnfG zur Ver­fü­gung zu stel­len sind die Nut­zun­gen des Pacht­ge­gen­stands. Dazu gehört auch der aus dem Gewer­be­be­trieb gezo­ge­ne Gewinn, soweit die­ser nicht auf den per­sön­li­chen Leis­tun­gen oder Fähig­kei­ten des­je­ni­gen beruht, der die gewinn­brin­gen­den Ein­nah­men erzielt hat [1].

Die Gläu­bi­ger­an­fech­tung ermög­licht hin­ge­gen nicht den Zugriff auf ein­zel­ne vom Päch­ter im Rah­men des von ihm geführ­ten Gewer­be­be­triebs erlang­te For­de­run­gen wie etwa die hier in Rede ste­hen­den Sub­ven­ti­ons­prä­mi­en. Die ein­zel­nen For­de­run­gen kom­men auch nicht als selb­stän­di­ger Gegen­stand einer Gläu­bi­ger­an­fech­tung in Betracht, denn sie sind erst in der Per­son des Päch­ters neu ent­stan­den; aus dem Ver­mö­gen des Ver­päch­ters wur­de inso­weit nichts weg­ge­ge­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2012 – IX ZR 112/​10

  1. vgl. BGH, Urteil vom 05.07.2006 – VIII ZR 172/​05, BGHZ 168, 220 Rn. 46; Münch­Komm-Anf­G/­Kirch­hof, § 11 Rn. 92, 105, 132 f[]