Ver­tre­tungs­zwang und Rechts­an­walts­ge­sell­schaft

Im Zivil­pro­zess müs­sen sich die Par­tei­en vor den Land­ge­rich­ten und Ober­lan­des­ge­rich­ten durch einen Rechts­an­walt ver­tre­ten las­sen, § 78 Abs. 1 S. 1 ZPO, der auch die bestim­men­den Schrift­sät­ze unter­schrei­ben muss.
Die­se Unter­schrift muss der Rechts­an­walt auch "als Rechts­an­walt" leis­ten.

Ver­tre­tungs­zwang und Rechts­an­walts­ge­sell­schaft

Immer­hin hat­te der Bun­des­ge­richts­hof jetzt ein Ein­se­hen mit den Lei­den der in Rechts­an­walts­ge­sell­schaf­ten täti­gen Rechts­an­wäl­te, die nicht dar­auf ver­zich­ten wol­len, ihrer Unter­schrift auch die Fir­ma der Recht­an­walts­ge­sell­schaft hin­zu­zu­set­zen:

Wird die Beru­fungs­schrift von einem zuge­las­se­nen Rechts­an­walt sowohl unter Hin­weis auf sein Amt als Rechts­an­walt als auch auf sei­ne Zuge­hö­rig­keit zu einer deut­schen Zweig­nie­der­las­sung einer eng­li­schen Limi­ted Lia­bi­li­ty Part­ners­hip unter­zeich­net, ist grund­sätz­lich davon aus­zu­ge­hen, dass die Pro­zess­hand­lung nicht aus­schließ­lich im Namen der Gesell­schaft, son­dern jeden­falls auch von dem han­deln­den Rechts­an­walt selbst vor­ge­nom­men wor­den ist, wenn nicht beson­de­re Anhalts­punk­te ent­ge­gen­ste­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. April 2009 – IV ZB 34/​08