Ver­ur­tei­lung zur Aus­kunft – und die Höhe der Beschwer

Zur Bemes­sung des Beschwer­de­werts bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung über das eige­ne Ver­mö­gen hat aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof Stel­lung genom­men:

Ver­ur­tei­lung zur Aus­kunft – und die Höhe der Beschwer

Für die Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands ist bei der Ver­ur­tei­lung zur Aus­kunfts­er­tei­lung das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers maß­ge­bend, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen. Abge­se­hen von dem Fall eines beson­de­ren Geheim­hal­tungs­in­ter­es­ses ist auf den Auf­wand an Zeit und Kos­ten abzu­stel­len, den die sorg­fäl­ti­ge Ertei­lung der geschul­de­ten Aus­kunft erfor­dert 1.

Dabei kann der dem Beschwer­de­ge­richt bei sei­ner Schät­zung ein­ge­räum­te Ermes­sens­spiel­raum im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren nur ein­ge­schränkt dar­auf über­prüft wer­den, ob das Gericht die gesetz­li­chen Gren­zen über­schrit­ten oder sein Ermes­sen feh­ler­haft aus­ge­übt hat 2. Das ist hier nicht der Fall.

Dabei bil­ligt der Bun­des­ge­richts­hof, ein beson­de­res Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se des zur Aus­kunft Ver­pflich­te­ten einen den Betrag von 600 € über­stei­gen­den Wert ohne wei­te­re Dar­le­gun­gen nicht begrün­det. Macht der Aus­kunfts­pflich­ti­ge näm­lich gel­tend, sein Anspruch auf recht­li­ches Gehör sei durch gericht­li­che Ver­säum­nis­se im Zusam­men­hang mit der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht ver­letzt wor­den, hat er dar­zu­le­gen, wie er auf einen ent­spre­chen­den Hin­weis reagiert, ins­be­son­de­re was er im Ein­zel­nen vor­ge­tra­gen hät­te und wie er wei­ter vor­ge­gan­gen wäre 3. Hier­zu muss er dar­le­gen, wel­che kon­kre­ten Nach­tei­le ihm droh­ten, soll­ten die Bilanz- und Umsatz­zah­len sei­ner unter­neh­me­ri­schen Betä­ti­gung von der Aus­kunfts­be­rech­tig­ten wei­ter­ge­ge­ben und dadurch all­ge­mein bekannt wer­den.

Soweit das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main 4 davon aus­geht, dass es für die Her­aus­ga­be von Geschäfts­da­ten der Gesell­schaf­ten, an denen der zur Aus­kunft ver­ur­teil­te betei­ligt ist, zunächst einer Zustim­mung der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung bedarf, ist weder ersicht­lich noch auf­ge­zeigt, dass ein dahin gehen­der Gesell­schaf­ter­be­schluss nicht mit der vom Antrags­geg­ner inne­ge­hal­te­nen Stim­men­mehr­heit erlangt wer­den kann. Dass und in wel­chem Umfang hier­für Kos­ten

Der Bun­des­ge­richts­hof ver­neint auch die Berück­sich­ti­gungs­fä­hig­keit von Über­set­zungs­kos­ten. Denn sol­che fal­len beim Aus­kunfts­pflich­ti­gen nicht im Zusam­men­hang mit der zu ertei­len­den Aus­kunft an, son­dern allen­falls bei der Aus­kunfts­be­rech­tig­ten, sofern sie fußend auf den ihr erteil­ten, fremd­spra­chi­gen Bele­gen einen bezif­fer­ten Anspruch in zwei­ter Stu­fe gel­tend macht, für den sie dar­le­gungs­pflich­tig wäre und zum Beleg ihres Anspruchs Über­set­zun­gen in deut­scher Gerichts­spra­che bei­zu­brin­gen hät­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 -

  1. BGH, Beschluss vom 22.01.2014 – XII ZB 278/​13 , Fam­RZ 2014, 644 Rn. 6 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.01.2014 – XII ZB 278/​13 , Fam­RZ 2014, 644 Rn. 7 mwN[]
  3. vgl. BGH Beschluss vom 11.02.2003 – XI ZR 153/​02 , Fam­RZ 2003, 1005 mwN; Urteil vom 16.10.2008 – III ZR 253/​07 , NJW 2009, 148 Rn. 10; Beschlüs­se vom 18.05.2011 – IV ZB 6/​10 12; und vom 26.04.2016 – VI ZB 4/​16 12 ff.[]
  4. OLG Frank­furt am Main, Beschluss vom 06.01.2016 – 1 UF 18/​15[]