Ver­zugs­scha­den – und sei­ne Ver­jäh­rung

Der Anspruch auf Ersatz von Ver­zugs­schä­den unter­fällt der Regel­ver­jäh­rung nach § 195 BGB. Der­ar­ti­ge Neben­an­sprü­che unter­lie­gen einer selb­stän­di­gen Ver­jäh­rung. Aus § 217 BGB folgt ledig­lich, dass sie spä­tes­tens mit dem Haupt­an­spruch ver­jäh­ren 1, und zwar selbst dann, wenn sie erst nach Ablauf der den Haupt­an­spruch betref­fen­den Ver­jäh­rungs­frist bezif­fert wer­den kön­nen 2.

Ver­zugs­scha­den – und sei­ne Ver­jäh­rung

Nach dem Grund­satz der Scha­dens­ein­heit ent­steht ein Anspruch ein­heit­lich auch für die erst noch in der Zukunft fäl­lig wer­den­den Posi­tio­nen, sobald ein ers­ter Teil­be­trag mit der Leis­tungs­kla­ge gel­tend gemacht wer­den kann. Das gilt auch für Ver­zugs­schä­den 3.

Es liegt kei­ne den Grund­satz der Scha­dens­ein­heit 4 aus­schlie­ßen­de Dau­er­hand­lung vor, nur weil die Schuld­ner ihrer Her­aus­ga­be­ver­pflich­tung unun­ter­bro­chen nicht nach­ge­kom­men sind. Dies ist für den Lauf der Ver­jäh­rung schon des­halb irrele­vant, weil auf der Grund­la­ge die­ser Begrün­dung Ansprü­che auf Her­aus­ga­be beweg­li­cher Sachen nie­mals ver­jähr­ten. Dass dies der ver­jäh­rungs­recht­li­chen Kon­zep­ti­on des Gesetz­ge­bers wider­sprä­che (vgl. § 197 Abs. 1 Nr. 2, § 902 BGB), liegt auf der Hand.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Novem­ber 2014 – V ZR 309

  1. vgl. nur Palandt/​Ellenberger, BGB, 74. Aufl., § 217 Rn. 1[]
  2. BGH, Urteil vom 19.12 2006 – – XI ZR 113/​06, ZIP 2007, 570 Rn. 15[]
  3. vgl. zum alten Recht BGH, Urteil vom 28.10.1968 – – VII ZR 35/​66, VersR 1969, 60, 61; Urteil vom 19.11.1997 – XII ZR 281/​95, NJW 1998, 1303, 1304[]
  4. vgl. dazu auch BT-Drs. 14/​7052, S. 180[]