Ver­zugs­zin­sen auf das nicht zurück­ge­zahl­te Dar­le­hen

Nach dem Zeit­punkt des Wirk­sam­wer­dens der Kün­di­gung des Dar­le­hens­ver­tra­ges kann der ver­trag­lich ver­ein­bar­te Zins auf das Dar­le­hens­ka­pi­tal nicht mehr ver­langt wer­den 1.

Ver­zugs­zin­sen auf das nicht zurück­ge­zahl­te Dar­le­hen

Nach § 289 Satz 1 BGB sind von Zin­sen sei­en sie gesetz­li­che oder rechts­ge­schäft­li­che Zin­sen Ver­zugs­zin­sen nicht zu ent­rich­ten. Nach § 289 Satz 2 BGB bleibt der Anspruch auf Ersatz eines nach­ge­wie­se­nen Ver­zugs­scha­dens unbe­rührt. Der Ersatz eines sol­chen Scha­dens, der aus der ver­spä­te­ten Zah­lung von Zin­sen ent­steht, setzt vor­aus, dass der Schuld­ner auch wegen der Zins­rück­stän­de in Ver­zug gesetzt wird.

Der Ver­zugs­scha­den muss indes­sen wegen des all­ge­mei­nen Zin­ses­zins­ver­bo­tes nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs von dem Gläu­bi­ger auch dann kon­kret dar­ge­legt wer­den, wenn er nur den gesetz­li­chen Zins als Min­dest­scha­den ver­langt 2. Fehlt es an sol­chen Dar­le­gun­gen, ist eine auf Ver­zugs­zin­sen von Zins­rück­stän­den gerich­te­te Kla­ge unschlüs­sig 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2015 – XII ZR 74/​14

  1. BGHZ 104, 337, 338 f. = NJW 1988, 1967, 1968; BGH Urteil vom 26.01.1999 – XI ZR 83/​98 BeckRS 1999 30044005; Beck­OK-BGB/Ro­he [Stand: 1.08.2015] § 488 Rn. 65[]
  2. vgl. BGHZ 111, 324, 329 = NJW 1990, 2380, 2381; BGH Urtei­le vom 07.12 2009 – II ZR 15/​08 NJW 2010, 1077 Rn. 30; vom 09.02.1993 – XI ZR 88/​92 NJW 1993, 1260, 1261; vom 16.11.1990 – V ZR 217/​89 NJW 1991, 843, 844; und vom 23.02.1979 – V ZR 106/​76 NJW 1979, 1545[]
  3. BGH Urteil vom 23.02.1979 – V ZR 106/​76 NJW 1979, 1545[]