Vier­bett­zim­mer

Bei Buchung eines Vier­bett­zim­mers kann man nicht zwei Dop­pel­bet­ten erwar­ten. Viel­mehr ist auch die zusätz­li­che Aus­stat­tung des Schlaf­zim­mers mit zwei Zustell­bet­ten als ver­trags­ge­recht anzu­se­hen, ent­schied das Amts­ge­richts Mün­chen. Im Übri­gen sind Män­gel einer Rei­se vor Ort anzu­zei­gen und nach der Rei­se frist­ge­mäß (bin­nen eines Monats) anzu­mel­den.

Vier­bett­zim­mer

Drei Erwach­se­ne und ein Kind buch­ten im Juli 2008 eine vier­zehn­tä­gi­ge Urlaubs­rei­se nach Hur­gha­da, Ägyp­ten, mit Unter­brin­gung in einem Bun­ga­low des Hotels mit einem Schlaf­zim­mer zur Gar­ten­sei­te und bezahl­ten dafür 3503 €. Als sie dort anka­men, fan­den sie in dem Schlaf­zim­mer ein Dop­pel­bett vor. Dar­über hin­aus wur­den ihnen zwei Ein­zel­bet­ten hin­zu­ge­stellt. Nach ihrer Rück­kehr ver­lang­ten sie eine Rei­se­preis­min­de­rung von 50% sowie Scha­den­er­satz wegen ent­gan­ge­ner Urlaubs­zeit in Höhe von 1.500 €. Sie sei­en durch die zwei zusätz­li­chen Ein­zel­bet­ten wie in einer Sar­di­nen­büch­se gele­gen.

Das Rei­se­bü­ro wei­ger­te sich jedoch zu bezah­len: Die Aus­stat­tung sei ver­trags­ge­recht gewe­sen.

Da erho­ben die Rei­sen­den Kla­ge vor dem AG Mün­chen und scho­ben auch noch ein paar wei­te­re Män­gel nach. Man habe vor Bereit­stel­lung der zwei Ein­zel­bet­ten eine Not­über­nach­tung vor­neh­men müs­sen, an der Rezep­ti­on habe man lan­ge war­ten müs­sen, die Zim­mer sei­en nicht rich­tig sau­ber zu machen gewe­sen. Außer­dem sei­en sie durch Bau­lärm stark beläs­tigt wor­den. Das Amts­ge­richt Mün­chen wies die Kla­ge jedoch ab:

Ein Min­de­rungs­an­spruch wegen des angeb­lich zu engen Bun­ga­lows ste­he ihnen nicht zu. Aus­weis­lich der Rei­se­be­stä­ti­gung schul­de das Rei­se­un­ter­neh­men einen Bun­ga­low mit einem Schlaf­zim­mer zur Gar­ten­sei­te, in dem vier Per­so­nen über­nach­ten können.Dabei könn­ten die Klä­ger nicht erwar­ten, ein Schlaf­zim­mer mit zwei Dop­pel­bet­ten zu erhal­ten. Die zusätz­li­che Aus­stat­tung des Schlaf­zim­mers mit zwei Zustell­bet­ten sei daher als ver­trags­ge­recht anzu­se­hen. Die vor­ge­leg­ten Licht­bil­der wür­den auch zei­gen, dass die Schlaf­zim­mer aus­rei­chend geräu­mig waren, um die bei­den zusätz­li­chen Bet­ten unter­zu­brin­gen.

Was den vor­ge­tra­ge­nen Bau­lärm betref­fe, sei nichts Aus­rei­chen­des vor­ge­tra­gen, die
pau­scha­le Behaup­tung, es sei laut gewe­sen, rei­che nicht. Im Übri­gen sei­en die ande­ren Män­gel in der Anspruchs­an­mel­dung bei dem Rei­se­bü­ro, die inner­halb eines Monats erfol­gen müs­se, nicht erwähnt. Die Klä­ger sei­en daher damit aus­ge­schlos­sen.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 22. Okto­ber 2009 – 113 C 11690/​09