Voll­machts­rü­ge in der Kos­ten­fest­set­zung

Gemäß § 88 ZPO kann der Man­gel der Voll­macht eines Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten von dem Geg­ner zwar in jeder Lage des Rechts­streits und damit grund­sätz­lich auch noch im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren gel­tend gemacht wer­den. Da in die­sem Ver­fah­ren Ein­wen­dun­gen gegen die zu Grun­de lie­gen­de Kos­ten­grund­ent­schei­dung nicht erho­ben wer­den kön­nen, ist die Rüge aller­dings unbe­acht­lich, soweit sie sich auf die Voll­macht zur Füh­rung des Pro­zes­ses in der Haupt­sa­che bezieht. Gerügt wer­den kann nur die Berech­ti­gung, einen Kos­ten­fest­set­zungs­an­trag für die Par­tei zu stel­len.

Voll­machts­rü­ge in der Kos­ten­fest­set­zung

Im übri­gen wur­de im vor­lie­gen­den Fall die ord­nungs­ge­mä­ße Bevoll­mäch­ti­gung anwalt­lich ver­si­chert. Hier­in liegt eine aus­rei­chen­de Glaub­haft­ma­chung im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren (§§ 104 Abs. 2 S. 1, 294 ZPO) 1.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 8. Mai 2014 – 8 W 167/​14

  1. Gre­ger in Zöl­ler, ZPO, 30. Auf­la­ge 2014, § 294 ZPO Rn. 5, m.w.N.).

    Die Auf­trags­er­tei­lung – wie auch die Ver­fah­rens­be­voll­mäch­ti­gung – kön­nen form­los (§ 89 Abs. 2 ZPO), d.h. nicht nur schrift­lich, son­dern eben­so münd­lich oder still­schwei­gend erteilt wer­den. Selbst zunächst auf­trags­lo­se Hand­lun­gen des Rechts­an­walts kön­nen nach­träg­lich geneh­migt wer­den ((Mül­ler-Rabe in Gerold/​Schmidt, RVG, 21. Auf­la­ge 2013, Vor­bem. 3 RVG-VV Rn. 41 ff., m.w.N.[]