Beschwer­de in Insol­venz­sa­chen – und der Beginn der Beschwer­de­frist

Demäß § 9 Abs. 3 InsO genügt die öffent­li­che Bekannt­ma­chung zum Nach­weis der Zustel­lung an alle Betei­lig­te, auch wenn das Gesetz neben ihr eine beson­de­re Zustel­lung vor­sieht 1.

Beschwer­de in Insol­venz­sa­chen – und der Beginn der Beschwer­de­frist

Eine öffent­li­che Bekannt­ma­chung ist unwirk­sam und setzt die Beschwer­de­frist nicht in Lauf, wenn sie nicht den Beschluss (hier: über die Ver­gü­tung der Insol­venz­ver­wal­te­rin), son­dern ledig­lich die Mit­tei­lung ent­hält, dass Ver­gü­tung und Aus­la­gen der Insol­venz­ver­wal­te­rin durch Beschluss fest­ge­setzt wor­den sei­en 2.

Zum ande­ren war im hier ent­schie­de­nen Fall die Bekannt­ma­chung, wonach "Ver­gü­tung und Aus­la­gen der Insol­venz­ver­wal­te­rin durch Beschluss des Insol­venz­ge­richts fest­ge­setzt wor­den" sei­en, unrich­tig, weil sich die Fest­set­zung tat­säch­lich nicht auf die Ver­gü­tung der Insol­venz­ver­wal­te­rin, son­dern auf die der vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­te­rin bezog. Auch die­ser Feh­ler hin­dert die Wirk­sam­keit der Zustel­lung durch öffent­li­che Bekannt­ma­chung 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2019 – IX ZB 65/​18

  1. BGH, Beschluss vom 14.11.2013 – IX ZB 101/​11, ZIP 2013, 2425 Rn. 6[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 14.12 2017 – IX ZB 65/​16, WM 2018, 99 Rn. 21 ff[]
  3. BGH, Beschluss vom 10.11.2011 – IX ZB 165/​10, ZIP 2011, 2479 Rn. 8[]