Delik­ti­sche For­de­run­gen – und die Insol­venz­ta­bel­le

Durch die Vor­la­ge eines voll­streck­ba­ren Aus­zugs aus der Insol­venz­ta­bel­le kann der Gläu­bi­ger den Nach­weis einer For­de­rung aus vor­sätz­lich began­ge­ner uner­laub­ter Hand­lung für das Voll­stre­ckungs­pri­vi­leg des § 850f Abs. 2 ZPO füh­ren, wenn sich dar­aus ergibt, dass eine sol­che For­de­rung zur Tabel­le fest­ge­stellt; und vom Schuld­ner nicht bestrit­ten wor­den ist 1.

Delik­ti­sche For­de­run­gen – und die Insol­venz­ta­bel­le

Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits mit Beschluss vom 04.09.2019 2 ent­schie­den hat, kann der Gläu­bi­ger durch die Vor­la­ge eines voll­streck­ba­ren Aus­zugs aus der Insol­venz­ta­bel­le den Nach­weis einer For­de­rung aus vor­sätz­lich began­ge­ner uner­laub­ter Hand­lung für das Voll­stre­ckungs­pri­vi­leg des § 850f Abs. 2 ZPO füh­ren, wenn sich dar­aus ergibt, dass eine sol­che For­de­rung zur Insol­venz­ta­bel­le fest­ge­stellt; und vom Schuld­ner nicht bestrit­ten wor­den ist. An die­ser Recht­spre­chung hält der Bun­des­ge­richts­hof aus den in dem genann­ten Beschluss auf­ge­führ­ten Grün­den fest.

Dem steht auch nicht die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ent­ge­gen, wonach der Nach­weis, dass der Gläu­bi­ger wegen einer For­de­rung aus einer vor­sätz­lich began­ge­nen uner­laub­ten Hand­lung die Zwangs­voll­stre­ckung betrei­be, durch die Vor­la­ge eines Voll­stre­ckungs­be­scheids nicht erbracht wer­den kön­ne 3. Hier­aus war teil­wei­se gefol­gert wor­den, das dem­entspre­chend auch der Nach­weis durch einen voll­streck­ba­ren Aus­zug aus der Insol­venz­ta­bel­le aus­schei­de 4, da auch im Rah­men der Anmel­dung einer For­de­rung zur Insol­venz­ta­bel­le eine rich­ter­li­che Schlüs­sig­keits­prü­fung oder gar eine mate­ri­ell­recht­li­che Prü­fung der ange­mel­de­ten For­de­rung und damit des Schuld­grunds der ange­mel­de­ten For­de­rung nicht statt­fin­de. Dem wider­sprach nun der Bun­des­ge­richts­hof und bestä­tig­te noch­mals aus­drück­lich sei­ne frü­he­re Recht­spre­chung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. März 2020 – VII ZB 38/​19

  1. Anschluss an BGH, Beschluss vom 04.09.2019 – VII ZB 91/​17, NJW 2019, 3237[]
  2. BGH, Beschluss vom 04.09.2019 – VII ZB 91/​17 Rn. 6 ff., NJW 2019, 3237[]
  3. BGH, Beschluss vom 05.04.2005 – VII ZB 17/​05, NJW 2005, 1663[]
  4. so etwa LG Hil­des­heim, Beschluss vom 12.09.2019 1 T 42/​19, ZVI 2019, 458[]