Die Pfän­dung eines Geldspielautomaten

Der Bun­des­ge­richts­hof zwei­felt an der Wirk­sam­keit der Pfän­dung und Ver­stri­ckung des in den Spiel­au­to­ma­ten einer Spie­lothek befind­li­che Gel­des, solan­ge die Spiel­au­to­ma­ten wei­ter bespiel­bar sind.

Die Pfän­dung eines Geldspielautomaten

Im kon­kre­ten Fall hat­te der Mit­ar­bei­ter der Stadt­kas­se das Geld durch Anbrin­gen von amt­li­chen Sie­geln an den Kas­sen­öff­nun­gen der Spiel­au­to­ma­ten nach § 28 Abs. 2 VwVG NRW in Besitz genom­men. Dabei blie­ben die Spiel­au­to­ma­ten wei­ter­hin bespiel­bar, was auch im Inter­es­se der Stadt­kas­se lag, so dass das dar­in befind­li­che Geld jeder­zeit berech­tig­ter­wei­se ganz oder teil­wei­se als Gewinn an Drit­te aus­ge­schüt­tet wer­den konnte.

Die­ser Umstand steht dem Erlan­gen einer tat­säch­li­chen Sach­herr­schaft im Regel­fall ent­ge­gen, was zur Unwirk­sam­keit der Pfän­dung und Ver­stri­ckung führt1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2020 – 4 StR 626/​19

  1. vgl. OVG Müns­ter, Beschluss vom 15.07.1958 – III B 293/​58, JW 1958, 1460; Wür­din­ger in Stein/​Jonas, ZPO, 23. Aufl., § 808 Rn. 31; Schmidt, MDR 1972, 374, 379; Grund, DGVZ 1958, 167; Förg/​Walter, Pra­xis der Kom­mu­nal­ver­wal­tung, Kapi­tel 14.7 Pfän­dung des Geld­in­halts bei Spiel­ge­rä­ten; Rosen­berg, Lehr­buch des deut­schen Zivil­pro­zess­rechts, 9. Aufl., § 191 Zif­fer I. 1. a.[]

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