Die wie­der­hol­te Zwangs­mit­tel­fest­set­zung

Ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se an einer wie­der­hol­ten Zwangs­mit­tel­fest­set­zung ist nur gege­ben, wenn das zuvor ange­ord­ne­te Zwangs­geld ent­we­der gezahlt oder voll­streckt ist.

Die wie­der­hol­te Zwangs­mit­tel­fest­set­zung

Ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se an einer wie­der­hol­ten Zwangs­mit­tel­fest­set­zung ist nur dann gege­ben, wenn das zuvor ange­ord­ne­te Zwangs­geld ent­we­der gezahlt oder voll­streckt ist 1. Dies ergibt sich aus dem Cha­rak­ter des Zwangs­gel­des als Beu­g­emit­tel.

Im hier ent­schie­de­nen Streit­fall hat­te die Gläu­bi­ge­rin die Ertei­lung einer voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung des ers­ten Zwangs­geld­be­schlus­ses des Land­ge­richts bean­tragt. Das Land­ge­richt hat die voll­streck­ba­re Aus­fer­ti­gung an die Gläu­bi­ge­rin ver­sandt. Das Zwangs­geld ist bezahlt wor­den.

Zwar hat die Gläu­bi­ge­rin bereits vor Erhalt der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung des ers­ten Zwangs­geld­be­schlus­ses und vor Zah­lung des damit fest­ge­setz­ten Zwangs­gelds einen erneu­ten Zwangs­mit­tel­an­trag gestellt. Ein Rechts­schutz­be­dürf­nis für den zwei­ten Zwangs­mit­tel­an­trag lag damit zwar nicht bei Antrag­stel­lung und auch nicht bei Fest­set­zung eines zwei­ten Zwangs­gelds durch das Land­ge­richt vor, jedoch war es bei der Ent­schei­dung des Beschwer­de­ge­richts gege­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2018 – I ZB 109/​17

  1. OLG Karls­ru­he, Fam­RZ 1994, 1274; OLG Bran­den­burg, Fam­RZ 1998, 180; OLG Cel­le, MDR 2005, 768; Fam­RZ 2006, 1689; Zöller/​Seibel, ZPO, 32. Aufl., § 888 Rn. 8; Saenger/​Kießling, ZPO, 7. Aufl., § 888 ZPO Rn.19; Stein/​Jonas/​Bartels, ZPO, 23. Aufl., § 888 Rn. 23[]