EuGV­VO – alte oder neue Fas­sung?

Die EuGV­VO aF, die in allen (dama­li­gen) Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Gemein­schaft mit Aus­nah­me Däne­marks am 1.03.2002 in Kraft getre­ten ist (Art. 76 EuGV­VO aF) ist auf alle Kla­gen anzu­wen­den ist, die danach erho­ben wor­den sind (Art. 66 Abs. 1 EuGV­VO aF).

EuGV­VO – alte oder neue Fas­sung?

Mit dem Bei­tritt zur Euro­päi­schen Uni­on am 1.01.2007 wur­de der Gel­tungs­be­reich der EuGV­VO aF auf die neu­en Mit­glied­staa­ten Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en erstreckt (Art. 4 Abs. 2 des Ver­trags über den Bei­tritt der Repu­blik Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­ens zur Euro­päi­schen Uni­on) 1.

Die Ver­ord­nung (EU) Nr. 1215/​2012 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 12.12 2012 über die gericht­li­che Zustän­dig­keit und die Aner­ken­nung und Voll­stre­ckung von Ent­schei­dun­gen in Zivi­lund Han­dels­sa­chen (EuGV­VO nF) kommt nach Art. 66 Abs. 1 EuGV­VO nF nicht zur Anwen­dung, wenn das Ver­fah­ren nicht am 10.01.2015 oder danach ein­ge­lei­tet wor­den ist.

Für vor dem 10.01.2015 ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren fin­det nach Art. 66 Abs. 2 EuGV­VO nF die EuGV­VO aF wei­ter­hin Anwen­dung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Sep­tem­ber 2019 – IX ZB 16/​18

  1. ABl EU 2005 L 157/​11[]