Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung – und die frü­he­re Tätig­keit als vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter

Das Insol­venz­ge­richt kann die Tätig­keit des vor­läu­fi­gen Ver­wal­ters als Umstand anse­hen, wel­che einen Abschlag von der Ver­gü­tung recht­fer­ti­gen kön­nen.

Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung – und die frü­he­re Tätig­keit als vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter

Ein Zurück­blei­ben hin­ter dem Regel­satz ist nach § 3 Abs. 2 Buchst. a Ins­VV ins­be­son­de­re gerecht­fer­tigt, wenn ein vor­läu­fi­ger Insol­venz­ver­wal­ter im Ver­fah­ren tätig war. Die­se Vor­schrift geht davon aus, dass regel­mä­ßig eine erheb­li­che Abwei­chung vor­liegt 1.

Daher obliegt dem Insol­venz­ver­wal­ter dar­zu­le­gen, aus wel­chen Grün­den dies im Ein­zel­fall nicht zutrifft und die Tätig­keit des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters für ihn kei­ne erheb­li­che Arbeits­er­leich­te­rung bewirkt hat 2.

Die Wer­tung des Ver­ord­nungs­ge­bers, dass die Tätig­keit eines vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters dem Insol­venz­ver­wal­ter erheb­li­che Arbei­ten erspa­ren kann, steht im Ein­klang mit der Sys­te­ma­tik der Insol­venz­recht­li­chen Ver­gü­tungs­ver­ord­nung.

Die Bemes­sung des Abschlags im Ein­zel­fall ist Sache der tatrich­ter­li­chen Bewer­tung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2019 – IX ZB 2/​19

  1. BGH, Beschluss vom 11.05.2006 – IX ZB 249/​04, ZIP 2006, 1204 Rn. 22, 25 mwN; vom 16.09.2010 – IX ZB 200/​08, NZI 2010, 941 Rn. 3 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 11.05.2006, aaO Rn. 25[]