Kon­to­pfän­dung – der Kon­to­kor­rent­kre­dit und die Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung

Eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung liegt vor, wenn ein Kon­to von dem Gläu­bi­ger gepfän­det wird, ein Pfän­dungs­pfand­recht jedoch erst dadurch ent­steht, dass der Schuld­ner einen ihm eröff­ne­ten Kon­to­kor­rent­kre­dit abruft 1.

Kon­to­pfän­dung – der Kon­to­kor­rent­kre­dit und die Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung

Die Über­wei­sung des Schuld­ners aus dem ihm ein­ge­räum­ten Kon­to­kor­rent­kre­dit löst eine Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung aus, weil die vom Gläu­bi­ger Land erwirk­te Kon­to­pfän­dung kein insol­venz­fes­tes Abson­de­rungs­recht begrün­de­te.

Der Anspruch auf Aus­zah­lung eines zuge­sag­ten Dar­le­hens ist mit des­sen Abruf pfänd­bar 2. Vor dem Abruf des Kon­to­in­ha­bers ist kein Anspruch auf Aus­zah­lung gegen die Bank vor­han­den, der einem Abtre­tungs- oder Pfän­dungs­gläu­bi­ger das Recht geben könn­te, sich ohne Mit­wir­kung des Kon­to­in­ha­bers Kre­dit­mit­tel aus­zah­len zu las­sen 3. Das Pfand­recht des beklag­ten Lan­des ist folg­lich erst mit dem Abruf der Kre­dit­mit­tel durch die Über­wei­sungs­auf­trä­ge und damit durch eine gemäß § 133 Abs. 1 InsO anfecht­ba­re Rechts­hand­lung des Schuld­ners ent­stan­den. War die Über­wei­sung nicht durch ein insol­venz­fes­tes Pfän­dungs­pfand­recht des beklag­ten Lan­des gedeckt, so liegt eine objek­ti­ve Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung vor, weil auch die Zah­lung mit Mit­teln eines vom Schuld­ner abge­ru­fe­nen Dis­po­si­ti­ons­kre­dits gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gen­de Wir­kung hat 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Dezem­ber 2015 – IX ZR 131/​15

  1. Anschluss an BGH, Urteil vom 14.06.2012 – IX ZR 145/​09, WM 2012, 1401 Rn. 21 f[]
  2. BGH, Urteil vom 25.10.2007 – IX ZR 157/​06, WM 2008, 168 Rn. 14[]
  3. BGH, Urteil vom 22.01.2004 – IX ZR 39/​03, BGHZ 157, 350, 356[]
  4. BGH, Urteil vom 09.06.2011 – IX ZR 179/​08, WM 2011, 1343 Rn.20; vom 14.06.2012 – IX ZR 145/​09, WM 2012, 1401 Rn. 22[]