Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung mit dem Inkas­so­un­ter­neh­men – als Ein­ge­ständ­nis der Zah­lungs­un­fä­hig­keit

Die Bit­te des Schuld­ners um Abschluss einer Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung ent­spricht nicht den Gepflo­gen­hei­ten des Geschäfts­ver­kehrs, wenn sie nach mehr­ma­li­gen frucht­lo­sen Mah­nun­gen und nicht ein­ge­hal­te­nen Zah­lungs­zu­sa­gen gegen­über einem von dem Gläu­bi­ger mit dem For­de­rungs­ein­zug betrau­ten Inkas­so­un­ter­neh­men geäu­ßert wird.

Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung mit dem Inkas­so­un­ter­neh­men – als Ein­ge­ständ­nis der Zah­lungs­un­fä­hig­keit

In einem sol­chen Fall han­delt es sich nicht um eine Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung, die sich im Rah­men der Gepflo­gen­hei­ten des übli­chen Geschäfts­ver­kehrs hält und des­halb kein Indiz für eine Zah­lungs­ein­stel­lung oder Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners bil­det 1.

Vor­lie­gend hat­te die Gläu­bi­ge­rin gegen­über der Schuld­ne­rin vor Abschluss der Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung wie­der­holt die Zah­lung der rück­stän­di­gen Rech­nun­gen ohne Erfolg ange­mahnt. Aus­weis­lich der drit­ten Mah­nung hat­te die Schuld­ne­rin eine fern­münd­lich erteil­te Zah­lungs­zu­sa­ge nicht ein­ge­hal­ten. Die erst nach Ein­schal­tung eines Inkas­so­un­ter­neh­mens und Offen­bar­wer­den der Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten geschlos­se­ne Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung ent­spricht nicht den übli­chen Gepflo­gen­hei­ten des Geschäfts­ver­kehrs. Bei die­ser Sach­la­ge konn­te die Bit­te der Schuld­ne­rin um Raten­zah­lung dahin ver­stan­den wer­den, ihre fäl­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten anders nicht beglei­chen zu kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Sep­tem­ber 2015 – IX ZR 308/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 16.04.2015 – IX ZR 6/​14, WM 2015, 933 Rn. 3 f[]