Streit­wert einer Kla­ge auf Fest­stel­lung zur Insol­venz­ta­bel­le

Nach § 182 InsO bestimmt sich der Wert des Streit­ge­gen­stands einer Kla­ge auf Fest­stel­lung einer For­de­rung, deren Bestand vom Insol­venz­ver­wal­ter bestrit­ten wor­den ist, nach dem Betrag, der bei der Ver­tei­lung der Insol­venz­mas­se für die For­de­rung zu erwar­ten ist.

Streit­wert einer Kla­ge auf Fest­stel­lung zur Insol­venz­ta­bel­le

Die Norm ist auch für den Zustän­dig­keits­und Rechts­mit­tel­streit­wert unter Ein­schluss des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stands maß­geb­lich 1, mit­hin auch für die Ermitt­lung des Wer­tes der mit der Revi­si­on gel­tend zu machen­den Beschwer 2. Sie gilt grund­sätz­lich für alle Kla­gen gemäß §§ 179, 180 InsO auf Fest­stel­lung einer bestrit­te­nen Insol­venz­for­de­rung. 3.

Ist in dem Insol­venz­ver­fah­ren man­gels Mas­se eine Quo­ten­zah­lung für die Insol­venz­gläu­bi­ger nicht zu erwar­ten, sind der Streit­wert und die Beschwer daher nach § 182 ZPO, § 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO auf die nied­rigs­te Gebüh­ren­stu­fe von 500 € fest­zu­set­zen 4.

Der Wert ist auch nicht des­we­gen auf die vol­le Höhe der Haupt­for­de­rung fest­zu­set­zen, weil der Klä­ger gel­tend macht, die von ihm begehr­te Scha­dens­er­satz­sum­me sei von der Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung des Schuld­ners zu tra­gen.

Dem Klä­ger mag zwar inso­weit ein Abson­de­rungs­recht an dem Befrei5 ungs­an­spruch des Schuld­ners gegen­über sei­ner Ver­si­che­rung nach § 110 VVG zuste­hen, des­sen Vor­aus­set­zung die Fest­stel­lung der For­de­rung des Klä­gers zur Tabel­le ist 5. Das Abson­de­rungs­recht ist jedoch nicht Gegen­stand des Beru­fungs­ur­teils und damit auch nicht der Revi­si­on, deren Zulas­sung der Klä­ger mit dem vor­lie­gen­den Beschwer­de­ver­fah­ren erstrebt. Der Klä­ger hat erst­ma­lig in der drit­ten Instanz auf sein Abson­de­rungs­recht abge­ho­ben. Gegen­stand des Rechts­streits war in der Beru­fungs­in­stanz zuletzt ledig­lich die Fest­stel­lung des gel­tend gemach­ten Zah­lungs­an­spruchs des Klä­gers zur Insol­venz­ta­bel­le und nicht das Recht, sich aus der Deckungs­for­de­rung gegen den Ver­si­che­rer zu befrie­di­gen. Die­ses Kla­ge­be­geh­ren umfasst das Recht des Klä­gers auf abge­son­der­te Befrie­di­gung nicht 6. Allein das Bestehen etwai­ger Sicher­hei­ten des Gläu­bi­gers und von Abson­de­rungs­rech­ten erhöht den Streit­wert nicht 7.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juni 2019 – III ZR 190/​18

  1. BGH, Beschluss vom 28.05.2015 – III ZR 260/​14, ZIP 2015, 1889 Rn. 1; BGH, Beschluss vom 28.01.2002 – II ZB 23/​01, NZI 2002, 549[]
  2. BGH, Beschluss vom 21.12 2006 – VII ZR 200/​05, MDR 2007, 681[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 28.05.2015 aaO[]
  4. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.01.2002 aaO; und vom 12.11.1992 – VII ZB 13/​92, NJW-RR 1993, 317, 318[]
  5. vgl. Lücke in Prölss/​Martin, Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz, 30. Aufl., § 110 VVG Rn. 5[]
  6. vgl. BGH, Beschluss vom 28.05.2015 aaO Rn. 3[]
  7. BGH aaO; BGH, Beschluss vom 12.11.1992 aaO S. 318; Urteil vom 19.02.1964 Ib ZR 155/​62, NJW 1964, 1229 f[]