Tei­lungs­ver­stei­ge­rung – und Kos­ten der Zuschlagsbeschwerde

Eine Kos­ten­ent­schei­dung für eine (erfolg­lo­se) Zuschlags­be­schwer­de ist nicht ver­an­lasst. Dass die Beschwer­de­füh­re­rin die Gerichts­kos­ten des von ihr erfolg­los betrie­be­nen Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens zu tra­gen hat, folgt aus dem Gesetz (§ 26 Abs. 3 GKG); eine Erstat­tung außer­ge­richt­li­cher Kos­ten nach § 97 Abs. 1 ZPO kommt nicht in Betracht, weil sich die Beschwer­de­füh­re­rin und die Erste­her bei der Zuschlags­be­schwer­de nicht kon­tra­dik­to­risch gegen­über­ste­hen1.

Tei­lungs­ver­stei­ge­rung – und Kos­ten der Zuschlagsbeschwerde

Der Gegen­stands­wert für die Gerichts­ge­büh­ren bestimmt sich nach dem Wert des Zuschlags (Bar­ge­bot ein­schließ­lich des Werts der bestehen blei­ben­den Rech­te; § 47 Abs. 1 Satz 1, § 54 Abs. 2 Satz 1 GKG).

Die Wert­fest­set­zung für die anwalt­li­che Ver­tre­tung der Betei­lig­ten beruht auf § 26 RVG; auch eine Tei­lungs­ver­stei­ge­rung ist eine Zwangs­ver­stei­ge­rung im Sin­ne die­ser Vor­schrift2.

Nach § 26 Nr. 2 Halb­satz 2 RVG ist für die Ver­tre­tung der Beschwer­de­füh­re­rin der Wert ihres Anteils an dem ver­stei­ger­ten Grund­stück anzu­set­zen, der sich nach § 26 Nr. 2 Halb­satz 3 RVG nach dem gemäß § 74a Abs. 5 ZVG fest­ge­setz­ten Ver­kehrs­wert bestimmt.

Für die Ver­tre­tung der Erste­her ist nach § 26 Nr. 3 RVG das Gebot maß­geb­lich, dass sich aus dem Bar­ge­bot (§ 49 ZVG) und dem Wert der bestehen blei­ben­den Rech­te zusam­men­setzt3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2020 – V ZB 128/​19

  1. vgl. zur Anwen­dung der §§ 91 ff. ZPO BGH, Beschluss vom 10.01.2019 – V ZB 19/​18, NJW 2019, 1462 Rn. 8; Beschluss vom 25.01.2007 – V ZB 125/​05, BGHZ 170, 378 Rn. 7[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.04.2020 – V ZB 135/​18, Jur­Bü­ro 2020, 487[]
  3. vgl. Gerold/​Schmidt/​Mayer, RVG, 24. Aufl., § 26 Rn. 7; Hart­mann, Kos­ten­recht, 50. Aufl., § 26 RVG Rn. 12[]

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