Voll­streck­bar­er­klä­rung eine EU-Urteils – und der Nach­weis der Berech­ti­gung zur Voll­stre­ckung

Gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 AVAG kann die Zwangs­voll­stre­ckung aus einem im Aus­land ergan­ge­nen Titel zuguns­ten eines ande­ren als des in dem Titel bezeich­ne­ten Berech­tig­ten für zuläs­sig erklärt wer­den, wenn der Titel nach dem Recht des Staa­tes, in dem er errich­tet wor­den ist, für den ande­ren voll­streck­bar ist.

Voll­streck­bar­er­klä­rung eine EU-Urteils – und der Nach­weis der Berech­ti­gung zur Voll­stre­ckung

Nach § 7 Abs. 1 Satz 2 AVAG ist durch den die Voll­streck­bar­keit einer Ent­schei­dung bean­tra­gen­den Gläu­bi­ger nach­zu­wei­sen, dass er nach dem Recht des Staa­tes, in dem der Titel errich­tet wor­den ist, zur Zwangs­voll­stre­ckung berech­tigt ist.

§ 7 Abs. 1 Satz 2 AVAG ent­hält hin­sicht­lich der Form des Nach­wei­ses zwar eine von den §§ 726, 727 ZPO abwei­chen­de Rege­lung. Es ver­bleibt aber bei dem Grund­satz, dass zur Ertei­lung der Voll­stre­ckungs­klau­sel der Voll­stre­ckungs­gläu­bi­ger den Nach­weis sei­ner Berech­ti­gung zu füh­ren hat. Im Anwen­dungs­be­reich der hier ein­schlä­gi­gen EuGV­VO aF ist nach § 55 Abs. 1 AVAG die Vor­schrift des § 7 Abs. 1 Satz 2 AVAG nicht anzu­wen­den. Dies hat aber nur zur Fol­ge, dass der erfor­der­li­che Nach­weis mit allen Beweis­mit­teln (und nicht nur durch Urkun­den) geführt wer­den kann 1.

Stellt ein Rechts­nach­fol­ger eines frü­he­ren Rechts­nach­fol­gers der ursprüng­li­chen Par­tei einen Antrag auf Voll­streck­bar­er­klä­rung, so ist für jeden die­ser Rechts­nach­fol­ger die Berech­ti­gung zur Voll­stre­ckung im Erst­staat, in dem der Titel errich­tet wor­den ist, fest­zu­stel­len 2. Erst Recht muss dann die Berech­ti­gung eines Drit­ten zur Voll­stre­ckung im Erst­staat fest­ge­stellt wer­den.

Die Anwen­dung aus­län­di­schen Rechts wird in der Rechts­be­schwer­de­instanz nicht geprüft 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Sep­tem­ber 2019 – IX ZB 16/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 12.01.2012 – IX ZB 211/​10, IPRspr 2012, 577 Rn. 4[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 12.01.2012 – IX ZB 211/​10, aaO[]
  3. BGH, Beschluss vom 04.07.2013 – V ZB 197/​12, BGHZ 198, 14 Rn. 15 ff[]